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Chinesischer Garten Frankfurt Erneut Pavillon in Flammen - Serientäter?

Der Brand im Chinesischen Garten in Frankfurt wurde offenbar gelegt. Es gibt Parallelen zu dem jüngsten Feuer im Grüneburgpark.

Bethmannpark
Vom Feuer zerstört: der Wasserpavillon im Bethmannpark. Foto: Andreas Arnold

Es herrscht Krisenstimmung im Bethmannpark. Zwei Mitarbeiter des Grünflächenamts diskutieren am Donnerstagvormittag lebhaft mit den Schachspielern. „Die Stimmung ist gerade etwas angespannt“, räumt einer der Mitarbeiter ein. Ein paar Meter weiter informieren sich die Stadtdezernenten Rosemarie Heilig und Markus Frank hinter der verschlossenen Tür des Chinesischen Gartens über den Sachstand.

Etwa acht Stunden zuvor stand einer der Pavillons im Frankfurter Stadtteil Nordend lichterloh in Flammen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. „Wir haben ein Behältnis mit Restflüssigkeit gefunden“, sagt Polizeisprecher Manfred Füllhardt. Nähere Angaben zu dem Behälter will die Polizei aus kriminaltaktischen Gründen zunächst nicht machen. Fest steht: Der Täter kam in der Nacht und muss einige kriminelle Energie aufgewendet haben, denn sowohl der Bethmannpark als auch der darin gelegene „Garten des Himmlischen Friedens“ sind nachts verschlossen. Wie der Täter in den Garten gelangte und wohl unerkannt wieder entkam, ist bislang unklar. Ein Anwohner hatte die Flammen entdeckt und um 3.41 Uhr die Feuerwehr alarmiert. Die Rettungskräfte konnten immerhin noch ein Übergreifen der Flammen auf weitere Gebäudeteile verhindern.

Der Schaden wird dennoch auf mindestens 250 000 Euro geschätzt. Umweltdezernentin Heilig ist erschüttert. „Wir sind traurig und bestürzt, dass auf unsere wirklich wunderschönen Kleinode Anschläge verübt wurden.“ Die Dezernentin spricht in der Mehrzahl. Denn ein Zusammenhang mit dem Brand im Koreanischen Garten vor genau einem Monat liegt auf der Hand. Auch in diesem Fall geht die Polizei von Brandstiftung aus. In beiden Fällen wurde das Feuer gegen 3 Uhr in der Nacht gelegt, in beiden Fällen jeweils am ersten des Monats. Bislang kann die Polizei mit dieser Erkenntnis aber wenig anfangen.

Der Chinesische Garten war 2007 für mehr als 500 000 Euro aufwendig saniert worden. Seinerzeit waren extra 18 Handwerker aus Peking angereist, um morsche Holzbalken auszutauschen und das Ziegeldach neu zu decken. „Insofern ist das ein doppelter Schlag“, konstatiert Heilig.

Die Stadt will beide Pavillons wieder aufbauen lassen. Doch das wird dauern. Bei dem vor einem Monat in Brand gesetzten Pavillon im Koreanischen Garten dauern noch immer die Aufräumarbeiten, nachdem der Park wegen der polizeilichen Ermittlungen lange gesperrt war. Auch in dem kleinen Teilstück des Grüneburgparks war der Schaden deutlich höher als zunächst vermutet. Etwa 200 000 Euro, schätzt der Leiter des Grünflächenamts, Stephan Heldmann.

Die Stadt wolle alles dafür tun, die Pavillons wieder aufzubauen, verspricht auch Ordnungsdezernent Frank. Alles andere wäre „ein fatales Signal“, findet Frank. Nicht nur für die chinesische Community der Stadt sei der Garten des Himmlischen Friedens ein wichtiger Ort, ergänzt Heilig. Die Finanzierung sei bislang aber völlig offen. Möglicherweise soll über eine Spendenaktion nachgedacht werden.

Derweil begutachten Brandermittler das Ausmaß des Schadens. Mit Schaufeln schippen sie verkohlte Reste aus dem Pavillon, um die Statik prüfen zu können. Das Ziegeldach ist teilweise eingebrochen, verkohlte Pfähle sind in den Teich gestürzt. Passanten können den traurigen Anblick nur durch die ornamentverzierten Maueröffnungen erhaschen. „Da waren doch rote Fensterläden dran, sagt eine Frau mit Fahrrad. Es ist eine nachdenkliche Stimmung im Bethmannpark, was nicht an den Schachspielern liegt.

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