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CDU Kommender Mann in der CDU-Fraktion

Der Rechtsanwalt Christoph Schmitt ist ein Anwärter auf den CDU-Fraktionsvorsitz, vorausgesetzt Michael zu Löwenstein will diesen Posten nicht mehr. Löwenstein will als Spitzenkandidat seiner Partei in die Kommunalwahl 2016 ziehen.

Alles soll seine Ordnung haben: Jurist Christoph Schmitt. Foto: Andreas Arnold

Im 17. Stock des „Gerippten“, dem Hochhaus am Westhafen, ruht Christoph Schmitts Blick wahlweise auf den Rechten der Banken, den Finanzen der Stadt oder den Booten im Hafenbecken. Sein Beruf: Anwalt und Partner in einer großen Kanzlei. Sein Ehrenamt: Stadtverordneter. Er spricht für die CDU-Fraktion über Sicherheitspolitik und leitet den wichtigen Haupt- und Finanzausschuss. Manche sagen, der hochgewachsene 45-Jährige sei der kommende Mann in der Fraktion. Einer, der den Vorsitz übernehmen kann, wenn der 64 Jahre alte Michael zu Löwenstein (CDU) nicht mehr will. „Ein guter Mann“, sagt Schmitt über zu Löwenstein.

Zu Löwenstein sagt über Schmitt: „Er wäre für den Fraktionsvorsitz geeignet“ und schränkt dann doch ein: „wie viele seiner Kollegen“. Er selbst möchte als Spitzenkandidat der CDU in die Kommunalwahl 2016 ziehen, so die Partei es unterstützt.

Schmitt und zu Löwenstein kennen und schätzen sich aus gemeinsamen Tagen im Bezirksverband Westend und der wirtschaftsfreundlichen Mittelstandsvereinigung (MIT). Beide sind Anwälte. „Wir haben eine ähnliche Wellenlänge“, sagt Schmitt.

Seit zu Löwenstein die Fraktion führt, könne er seinem Anwaltsberuf aber nur noch „peripher“ nachgehen. Die Frage, ob er seine lukrative Position zurückzustellen würde, um Fraktionschef zu werden, müsste sich auch Schmitt stellen. Seine Position lautet derzeit: Es sei möglich, beide Aufgaben zu vereinen. Die MIT erwarte sogar, dass Berufstätige ihre Erfahrung in die Politik einbringen. Zwar fühle sich Schmitt von der Diskussion über den Fraktionsvorsitz „geschmeichelt“, wolle es aber nicht anschieben. „Das muss von der Partei ausgehen.“ Auch nimmt er an, dass zu Löwenstein die Fraktion über die Kommunalwahl hinaus leiten will.

Kampf gegen Müllberge

Als im Beruf stehender Stadtverordneter spürt Schmitt die zeitliche Belastung. Der zweifache Familienvater spricht von einem „ständigen Spiel der Prioritäten“. Selten gehe er nach Hause, ohne zwölf Stunden im Büro verbracht zu haben. „Meine Frau unterstützt mich“, sagt er. Mit seiner Familie, der acht Jahre alten Tochter und dem sechs Jahre alten Sohn, wohnt er im Nordend. Auch in seiner Freizeit braucht er Ausdauer, als Marathonläufern, der sich schon bald auf den nächsten Lauf in Frankfurt vorbereiten will.

Im neuen, sicherheitspolitischen Papier seiner Fraktion hat Schmitt zuletzt mehr Videoüberwachung gefordert und sich für ein Alkoholverbot im Bahnhofsviertel ausgesprochen. Auch einen zweiten Blockupy-Tag lehnt er nach der Randale im März strikt ab. Aus Prinzip dagegen klagen, auch wenn keine Aussicht auf Erfolg bestehe, würde Schmitt jedoch nicht.

Zur „Law-and-Order-Mentalität“ der 90er Jahre wolle die CDU, die er als urbane, liberale Großstadtpartei begreift, nicht zurückkehren. „Aber alle müssen sich an die Spielregeln halten.“ „Punktuelle Exzesse“, wie etwa die Müllberge am Main, die nach einem sonnenverwöhnten Samstagabend dort liegen blieben, müsse man in den Griff bekommen.

Auch Themen wie Kriminalität gegenüber Älteren und Einbrüche sollen im kommenden Wahlkampf eine Rolle spiele. „Da wollen wir den Wählern Angebote machen.“

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