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CDU in Frankfurt Die Männer in der CDU setzen sich durch

Die CDU nominiert in den Frankfurter Wahlkreisen keine einzige Frau für die hessische Landtagswahl am 28. Oktober. Bei der Kampfabstimmung im Wahlkreis 38 setzt sich der Favorit der Parteispitze durch.

CDU Frankfurt
Wahlsieger: Bodo Pfaff-Greiffenhagen wurde im zweiten Wahlgang gewählt. Foto: peter-juelich.com

Der Koalitionsvertrag der großen Koalition in Berlin, er war natürlich Thema beim CDU-Parteitag am Mittwochabend, auch wenn kaum jemand schon einen Blick in die mehr als 170 Seiten starke Lektüre werfen konnte. „Kommentieren will ich ihn nicht, ich habe ihn noch gar nicht gelesen“, sagte Michael Boddenberg, Fraktionschef der CDU im Hessischen Landtag, der als Gastredner auftrat.

Im Saalbau Südbahnhof gab er eine Dreiviertelstunde lang den Einheizer, bevor die Delegierten drei Kandidaten der Frankfurter CDU für den hessischen Landtag wählten. Boddenberg wurde mit 100 Prozent Zustimmung für den Wahlkreis im Frankfurter Süden aufgestellt, ohne Gegenkandidaten, ebenso Uwe Serke, nominiert mit 100 Prozent der Stimmen, für den Frankfurter Westen.

Boddenberg warb für den Flughafen-Ausbau, wie schon bei der Landtagswahl 2013. Er wohne „in der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens“ und kenne viele, die sich am Fluglärm störten – aber dessen Ausbau fände „in der Gesellschaft eine Mehrheit“. Selbst der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) habe auf die Frage, ob er mit dem Ausbau des Frankfurter Flughafens leben könne, „Ja“ gesagt, auch wenn er die Nordwestlandbahn und den Bau des Terminal 3 „nicht gut“ fände, erzählte der Christdemokrat. Nach der Landtagswahl am 28. Oktober müsse es „eine Option sein, erneut mit den Grünen zu koalieren“, sagte Boddenberg, der Koalitionen nur mit der Linken und der AfD ausschloss. „An der CDU wird niemand in Hessen vorbei regieren“, sagte er. Die OB-Wahl in Frankfurt kommentierte er so: „Alles, was dem Amtsinhaber nutzt, tut er, alles andere lässt er sein.“ Beim Wohnungsbau sollte die Stadt nicht „das letzte Rest Grün“ zubauen.

„Aber lieber Jan, ich mische mich da natürlich nicht ein“, sagte er zum Frankfurter CDU-Chef Jan Schneider. Der erlebte eine Kampfkandidatur um den Wahlkreis 38 (Nordend, Bornheim, Ostend). Zwei Frauen, die Unternehmerin Veronica Fabricius und die Referatsleiterin im Sozialministerium, Ulrike Grzimek, traten an, um den Landtagskandidaten der CDU, Bodo Pfaff-Greiffenhagen, herauszufordern.

Schnell wurde im kleinen Raum der Sauerstoff knapp. Erst wurde jedoch die Frage geklärt, ob einer der Delegierten, der seine Mitgliedsbeiträge nicht gezahlt hatte, abstimmen dürfe. Dass sei eingefädelt worden, um Fabricius einen Vorteil zu verschaffen, sagte der Betroffene. Das Wort „Intrige“ machte die Runde. Abstimmen durfte er, nachdem er den Beitrag bar bezahlt hatte.

Dann wechselten die Delegierten in den großen Saal. Die Bundestagsabgeordnete Bettina Wiesmann setzte sich für Ulrike Grzimek ein, der Stadtverordnete Thomas Dürbeck für Pfaff-Greiffenhagen, der CDU-Nordend-Vorsitzende Nils Grafflage für Fabricius. Die schied im ersten Wahlgang mit nur sieben   Stimmen aus. Im zweiten Wahlgang siegte Pfaff-Greiffenhagen mit 21 Stimmen, Grzimek erhielt 14 Stimmen. Zu Nachrückern gewählt wurden Martin-Benedikt Schäfer (Süden), Marita Schäfer (Westen) – sie gewann mit 19 zu 17 Stimmen gegen Sabine Fischer – und Ulrike Grzimek (Mitte).

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