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CDU Frankfurt Frankfurts CDU will Radfahrer gängeln

Der CDU scheint das Bild eines schreckhaften Bürgers vorzuschweben, der verängstigt zur Seite springt, sobald sich ein Radfahrer nähert. Statt Verbote auszusprechen, sollte die CDU lieber auf ein besseres Miteinander der Verkehrsteilnehmer setzen. Der FR-Kommentar.

Die Frankfurter CDU will Radfahrer in Zukunft gängeln. Foto: Andreas Arnold

Die Frankfurter CDU will Radfahrer in Zukunft gängeln. Zunächst will die Partei das Radeln auf der Zeil verbieten – während der Ladenöffnungszeiten. Weil sich die Fußgänger gestört fühlten. Und sie will das Mainufer für den Radverkehr sperren – immer nachmittags, darüber berät nun die Fraktion. Die Stadtpolizei soll Radler auf dem Gehweg stärker kontrollieren. In „gefährlichen“ Einbahnstraßen soll das Radfahren verboten werden.

Alles Forderungen von vorgestern, als es noch ideologische Gräben zwischen Radfahrern und Autofahrern gab. Aber es wird noch doller. Wo Radfahrer die Autos stören – laut CDU auf der Berliner Straße und der Mainzer Landstraße – sollen sie laut Programmentwurf komplett verschwinden. Und wo es einen Radweg gibt, soll laut Entwurf das Radeln auf der Straße nicht mehr erlaubt sein. Es brauchte dann den Einspruch eines CDU-Verkehrsexperten, um zu erkennen, dass beides gegen geltendes Recht verstößt. Die Vorschläge landeten im Papierkorb. Wo sie hingehören.

Der CDU scheint das Bild eines schreckhaften Bürgers vorzuschweben, der verängstigt zur Seite springt, sobald sich ein Radfahrer nähert. Statt Verbote auszusprechen, sollte die CDU lieber auf ein besseres Miteinander der Verkehrsteilnehmer setzen. Raser im Auto sind ohnehin gefährlicher als Rüpel-Radler. Beim Ausbau des Nahverkehrs fehlt – abseits von altbekannten Projekten – jegliche Vision. Nur beim Individualverkehr sprudeln die Ideen. Mit Forderungen nach Parkplätzen, Quartiersgaragen, beim Widerstand gegen Tempo 30 und gegen die Verringerung von Fahrspuren auf Hauptstraßen.

Fraktionschef Michael zu Löwenstein radelt zur Arbeit in den Römer. Davon merkt man im Programm leider nichts.

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