Lade Inhalte...

CDU Frankfurt Abschied von Hemzal spaltet die CDU

Die Trauerfeier für den früheren Kämmerer und Sozialdezernenten Horst Hemzal spaltet die CDU. Ex-OB Petra Roth kommt, die heutige CDU-Spitze nicht.

Wenn am  Dienstagmorgen (4. Dezember)  um 10.30 Uhr auf dem Südfriedhof die Trauerfeier für den früheren Stadtkämmerer Horst Hemzal beginnt, werden viele Menschen kommen. Und manche nicht dabei sein. Die ehemalige Oberbürgermeisterin Petra Roth und andere CDU-Mitglieder haben sich angekündigt. Die heutige Frankfurter CDU-Spitze boykottiert den Termin.

Denn Hemzal gehörte zwar 43 Jahre lang der CDU an. Er bekleidete für seine Partei nicht nur das Amt des Kämmerers, er war Personal- und Sozialdezernent, auch CDU-Fraktionsvorsitzender im Römer und CDU-Fraktionsgeschäftsführer. Doch vor fünf Jahren trat der damals 74-jährige in die AfD ein, aus Protest gegen den politischen Kurs der CDU.

Und seitdem ist es aus Sicht der Frankfurter CDU-Spitze so, als hätte der Mann nie existiert. Es gab keine Mitteilung seines Todes und gibt auch jetzt keine offizielle Äußerung.

Für die frühere Oberbürgermeisterin Petra Roth ist das alles unverständlich. Sie würdigt Hemzal im Gespräch mit der FR als „engen persönlichen und politischen Freund“, der sie über Jahrzehnte unterstützt habe. Roth erinnert sich daran, dass Hemzal und sie 1977 nach der Kommunalwahl gemeinsam im Stadtparlament begannen. „Er hat mir geholfen.“

In der Sozialpolitik sei Hemzal ein engagierter Mann gewesen, dessen Positionen sich kaum von denen der SPD unterschieden hätten. Als Kämmerer habe er die Kultur großzügig unterstützt, etwa den Bau der Ausstellungshalle Portikus auf der Alten Brücke ermöglicht.

Roth erinnert sich an Schlüsselsituationen, in denen Hemzal sie bestärkt habe. Nach ihrem Sieg bei der OB-Wahl 1995 sei sie so erschrocken gewesen, dass sie geplant habe, das Amt nicht anzutreten und als Landtagsabgeordnete weiterzuarbeiten. Hemzal habe ihr eindringlich klargemacht, dass sie ihre Wähler nicht enttäuschen dürfe, sagt die frühere OB.

In der Frankfurter CDU-Spitze will sich niemand offiziell äußern. Hinter vorgehaltener Hand ist aber von der Undankbarkeit Hemzals die Rede, der die Partei verlassen habe, der er alles verdanke. Das sei ein fundamentaler Fehler gewesen. Er hätte seine Kritik am Kurs der CDU innerhalb der Partei äußern müssen, heißt es.

Helmut Heuser, der frühere CDU-Fraktionsvorsitzende im Römer, fordert die heutige CDU-Führung dagegen auf, „über ihren Schatten zu springen“ und Hemzal in einem Nachruf zu würdigen. „Das hat er verdient.“

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen