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Catering-Streit Schulen wollen kein Essen von Sodexo

Drei weitere Frankfurter Einrichtungen sollen von dem Groß-Caterer Sodexo bekocht werden - doch die Schulleiter wollen sich wehren.

Sodexo Catering
Schüler der IGS Nordend demonstrierten vergangene Woche gegen den neuen Caterer. Foto: C.Bocekheler

Noch mehr Streit ums Schulessen in Frankfurt. Nicht nur die IGS Nordend wehrt sich nun gegen den Wechsel ihres Caterers. Wie jetzt bekannt wurde, sollen künftig neben der IGS Nordend und der IGS West auch noch mindestens drei weitere Frankfurter Schulen vom Groß-Cateringunternehmen Sodexo in Zukunft bekocht werden: die Friedrich-Ebert-Schule, die Theobald-Ziegler-Schule und die Otto-Hahn-Schule.

Die Verantwortliche der integrierten Gesamt- und Ganztagsschule Friedrich-Ebert-Schule in Seckbach ist wütend über die Entscheidung. Schulleiterin Helga Artelt sagte am Dienstag: „Wir ärgern uns sehr. Wir haben mit unserem bisherigen Caterer Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) gute Erfahrungen gemacht. Sodexo war bei uns schon zweimal Caterer und da waren unsere Erfahrungen schlecht“, so Artelt. „Wir würden gerne in den Entscheidungsprozess miteinbezogen werden, außerdem haben wir als älteste Integrierte Gesamtschule schon fünfmal eine eigene Küche beantragt, damit wir direkt frisch vor Ort kochen können.“

Denn bislang muss der Koch des ASB an der Theobald-Ziegler-Schule das Essen zubereiten. Von dort wurde dann die Schule in Seckbach beliefert. „Ich verstehe auch nicht die Auswahl-Kriterien, ich nehme an, dass die Sodexo am billigsten ist. Wenn Frankfurt am Hungertuch nagen würde, könnte ich das ja verstehen. Aber so sollte es doch um die Qualität des Essens gehen und nicht darum, was am billigsten ist.“ In einer Konferenz sollte geklärt werden wie sich die Schule wehren wolle. Bis zum Redaktionsschluss gab es noch keine Entscheidung.

Anita Weber, Schulleiterin der Theobald-Ziegler-Schule in Eckenheim erklärt der FR, dass die Entscheidung alle an der Schule kalt erwischt habe. „Zuvor hieß es noch, dass mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit unser Caterer erhalten bleibt“, sagt Anita Weber.
Auch die Eckenheimer Grundschule wird bisher vom ASB bekocht. Die Kinder vertrauten dem Koch, der sogar ein Zertifikat der deutschen Gesellschaft für Ernährung vorweisen kann. „Mit dem neuen Caterer wird auch ein Personalwechsel einhergehen. Das ist nicht gut für die Kinder“, betont die Schulleiterin. Deswegen werde man angesichts der Entscheidung nicht still sein. Aktuell überlege man, welche Schritte man ergreifen könne, um Sodexo zu verhindern.

„Wir haben ein pädagogisches Konzept mit gemeinsamen Frühstück und Mittagessen. Und wir legen Wert auf gesunde Ernährung“, so Anita Weber. Bei einer solchen Entscheidung müsse es um die Kinder gehen und nicht um vielleicht 40 Cent preiswerteres Essen.

Qualität und Service zählen mehr als billiges Essen

Das Catering der Bildungseinrichtungen müsse alle fünf Jahre EU-weit ausgeschrieben werden, sagt Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) Sodexo habe die Ausschreibung an mehreren Schulen gewonnen, welche weiteren es noch sein werden, darüber könne sie erst nächste Woche sprechen. „Aber es wird nicht der Caterer ausgesucht, der am billigsten ist.

Der Preis des Essens macht nur 30 Prozent der Bewertung aus, 40 Prozent sind die Qualität und die restlichen 30 Prozent sind Service.“ Jede Schule werde einzeln geprüft und die Bedürfnisse per Fragebogen ausgewertet. „Aber wir überlegen in Zukunft auch Testessen an Schulen zu machen.“ Wann das sein werde, sei aber unklar. Es läuft noch eine Klage eines Schülers der IGS Nordend, der die Rechte der Kinder verletzt sieht, da Schüler nicht in die Entscheidung miteingebunden wurden.

Welche Auswüchse der Streit annehmen kann, zeigt der Fall der Münzenbergerschule Eckenheim. Mehr als ein Jahr wehrten sich die Beteiligten gegen den Anbieter Apetito. Bei der neuen Ausschreibung sei man vom Regen in die Traufe gekommen, so Sabine Balk vom Schulelternbeirat. Sieger werde vermutlich Sodexo.

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