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Casino Die Flughafen-Spielbank schließt

Die Spielbank Frankfurt GmbH hat den Vertrag mit der Stadt aus finanziellen Gründen zum Jahresende gekündigt. Besucherzahlen und Umsatz waren zu niedrig. Auch Frankfurt hat von dem Mini-Casino nicht nennenswert profitiert.

Nichts geht mehr: das Spielcasino im Frankfurter Flughafen schließt. Foto: Andreas Arnold

Reisende können sich die Wartezeit am Frankfurter Flughafen nicht länger mit Black Jack, American Roulette oder am Glücksspielautomaten vertreiben. Das kleine Casino im Transfer-Bereich des Airports schließt zum Jahresende. Die Spielbank Frankfurt GmbH hat den Betreibervertrag mit der Stadt Frankfurt über eine Ausstiegsoption vorzeitig gekündigt. Das haben Betreiber und Stadt am Mittwoch auf Anfrage der Frankfurter Rundschau bestätigt. Die zuletzt nur noch neun Beschäftigten haben bereits zur Jahresmitte Kündigungsschreiben erhalten.

Zahlungskräftiges internationales Publikum bleibt aus

Michael Seegert, einer der beiden Geschäftsführer der Spielbank, begründet das Aus auf Anfrage der Frankfurter Rundschau mit dem finanziellen Misserfolg des Casinos. Die Gesellschaft habe sehr hohe Verluste gemacht. „Weder die Besucherzahlen noch der Umsatz haben je nur im Ansatz die Größenordnung erreicht, die angestrebt worden ist“, sagt er. Von sechs der einst 15 Beschäftigten habe man sich daher bereits getrennt.

Gehofft habe man auf zahlungskräftiges internationales Publikum, sagt Seegert. Doch dieses halte sich im Bereich A-Plus des Terminals 1 auf, nicht im Bereich B, in dem das Mini-Casino seine Räume hat. Dort warteten die Passagiere der Ferienflieger – eine Gruppe, die nicht so zahlungskräftig ist, wie das erhoffte Publikum. Gäste ohne Flugticket wiederum durften die Spielbank als Konzession an die Casinos in Bad Homburg und Wiesbaden nicht betreten.

Auch der Stadt Frankfurt hat die Eröffnung der Spielbank nicht den erhofften Geldsegen beschert. Im vergangenen Jahr zahlte die Spielbank gerademal 23.000 Euro als Konzessionsabgabe an die Stadt, auch 2012 waren es nur 43 500. Einen sechsstelligen Betrag spülte die umsatzabhängige Abgabe nach Zahlen der Kämmerei zuletzt 2009 in die Stadtkasse.

Das Aus der Spielbank bedeutet nicht automatisch, dass es auch in den kommenden Jahren kein Glückspiel mehr am Flughafen gibt. „Wir werden das Land bitten, den Standort zu erhalten“, sagt Anne Rückschloß, Büroleiterin von Kämmerer Uwe Becker (CDU) am Mittwoch der Frankfurter Rundschau.

Kein Interesse der Stadt

Ein großes Interesse der Stadt, weiterhin Roulette und Black Jack am Airport zu ermöglichen, war am Dienstagabend im Wirtschaftsausschuss des Frankfurter Stadtparlaments nicht zu erkennen. Und das, obwohl sich ein Beschäftigter des Casinos am Sonntag in einer E-Mail hilfesuchend an OB Peter Feldmann (SPD) und die Fraktionen gewandt hatte.

Er bedaure es immer, wenn ein Unternehmen in Frankfurt schließen muss, sagte Gregor Amann (SPD) im Ausschuss. Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) teilte zwar dieses Bedauern, stellte aber auch klar, dass er das Glücksspiel für keinen Kernbereich der Wirtschaftsförderung halte und wies auf die Bemühungen gegen Spielsucht hin. Gespräche mit dem Betreiber habe er nicht geführt. Lothar Reininger (Linke) sagte sogar, er weine dem Casino keine Träne nach.

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