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Capri by Fraser Massive Überstunden im Hotel

Beschäftigte des Capri-Hotels an der Europa-Allee beklagen unzumutbare Arbeitsbedingungen. Die Direktorin Nathalie Post weist die Vorwürfe zurück.

Die Geschäfte im Hotel Capri an der Messe laufen gut. Beschäftigte berichten aber von schlechten Arbeitsbedingungen. Foto: Andreas Arnold

Die Vorwürfe sind selbst für die Hotelbranche hart: Beschäftigte des Hotel Capri by Fraser an der Europa-Allee berichten von ständigen unbezahlten Überstunden, von der Forderung nach ständiger Erreichbarkeit und einem miserablem Arbeitsklima. Die Fluktuation sei extrem hoch: Das Hotel mit 153 Zimmern und etwa 35 Beschäftigten, das zur singapurianischen Kette Fraser gehört, soll seit der Öffnung im August 2015 bereits etwa 60 Beschäftigte entlassen haben. Nach Informationen der Frankfurter Rundschau sind in diesen Tagen erneut mehrere Kündigungen ausgesprochen worden. Beschäftigten ist zudem aufgefallen, dass das Hotel auf Stellenseiten Personal für Posten sucht, die bereits besetzt sind.

In vielen Hotels komme es vor, dass Beschäftigte, etwa in Messezeiten, Überstunden machten. Bei Capri aber würden diese regelrecht eingefordert, berichten Beschäftigte der FR. Die Rede ist von täglichen Arbeitszeiten von zehn Stunden und mehr. Die Überstunden würden zudem nicht korrekt erfasst und nicht in Freizeit ausgeglichen.

Bei der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) spricht man von einem „sehr, sehr harten Fall“. Die Beschäftigten in der Branche seien Belastungen gewöhnt, sehr leidensfähig, was ihre Arbeitsbedingungen angeht. Was bei Frazer passiere, übersteige dieses Maß aber offenbar noch deutlich, sagt Gewerkschaftssekretär Hendrik Hallier der FR.

Relativ viele Hotels in der Stadt zahlten nach Tarif und hielten sich an die gesetzlichen Vorgaben, betont die Gewerkschaft. In anderen Frankfurter Hotels sei es gern gesehen, wenn Beschäftigte dazu bereit sind, über das üblichen Pensum hinaus zu arbeiten. Bei Fraser aber habe er den Eindruck, dass der Arbeitgeber absichtlich gegen die Gesetze verstoße, sagt Hallier. Dieser versuche offenbar, wohl wegen eines sehr hohen Renditeinteresses, ständig den Druck auf die Beschäftigten hoch zu halten. Konflikte löse er dann mit den „härtestmöglichen Maßnahmen“, dem Aussprechen von Kündigungen. Beschäftigten, die gegen ihrer Ansicht nach unrechtmäßige Entlassungen vorgehen wollen, verspricht die NGG Hilfe.

Unternehmen widerspricht

Im Hotel in Nähe der Messe zeigt man sich von den Vorwürfen überrascht. Fraser sei es sehr wichtig, dass die Beschäftigten zufrieden seien. Man versuche, wie eine Familie zusammenzuarbeiten, sagt General Manager Nathalie Post der Frankfurter Rundschau auf Anfrage. Gerade weil das Capri das erste Hotel der Kette in Deutschland sei, achte man sehr genau darauf, alle Vorschriften einzuhalten, keine Risiken einzugehen. Überstunden fielen in Messezeiten zwar an, sagt Post. Diese würden aber mit Freizeit ausgeglichen, sagt Post der FR. Zuschläge, etwa für Nachtarbeit, zahle man „natürlich“. Erreichbarkeit werde nur von Beschäftigten auf Managerebene verlangt – und die nur in Notfällen.

Von Konflikten in ihrem Hotel sei ihr nichts bekannt, sagt Post im Gespräch mit der FR. Derzeit sei zwar einige Beschäftigte krank. Das habe aber wohl mit dem Wetter zu tun. Die Fluktuation sei bei weitem nicht so hoch, wie behauptet. Ziel sei es, Beschäftigte langfristig zu halten. Das sei allerdings auf dem Frankfurter Hotelmarkt schwierig, weil ständig neue Konkurrenten auf den Markt kämen.

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