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Wohnungsnot in Frankfurt Asta schlägt Alarm

Der Asta der Uni Frankfurt hält die Wohnsituation für Studenten in der Stadt für „unerträglich“. Die Preise für ein Zimmer sind stark angestiegen. Im bundesweiten Vergleich ist nur der Wohnraum in München teurer.

Neue Studentenwohnheime werden, wie hier am Riedberg, durchaus gebaut. Allerdings in viel zu geringer Menge. Foto: Andreas Arnold

Der Asta der Uni Frankfurt fordert Stadt, Land, Bund und Studentenwerk in eindringlichen Worten auf, mehr bezahlbaren Wohnraum für Studierende zu schaffen. „Geringverdienende aus den Städten zu drängen, kann und darf nicht die Lösung sein“, warnen die Studierendenvertreter. Die Situation auf dem Wohnungsmarkt sei „kaum tragbar“. Und nur für gut sieben Prozent der 61 000 Studierenden gebe es einen Wohnheimplatz. Dringend nötig sei es daher, einen runden Tisch zu bilden, an dem alle Beteiligten, auch die Betroffenen, Lösungen ausarbeiten.

In der Tat wird es für Studierende, die weder geerbt noch reiche Eltern haben, immer schwieriger, in Frankfurt eine Bleibe zu finden. 460 Euro im Monat kostet nach einer Studie des Moses-Mendel-Instituts und des Immobilienportals WG-Gesucht.de ein WG-Zimmer.

Das Forschungsinstitut Empirica geht von einer Warmmiete von 425 Euro pro Monat aus. Das Institut der deutschen Wirtschaft wiederum hat bundesweit überschlagen, was eine typische Studentenwohnung kostet: Sie kommt für Frankfurt auf 517 Euro im Monat. Nur München ist teuer.

Dass sich die Stadt Frankfurt, die städtische Wohnungsgesellschaft ABG und das Studentenwerk im Sommer selbst verpflichtet haben, bis zum Jahr 2020 zusätzlich 1000 Plätze zu schaffen und die Versorgungsquote mittelfristig auf zehn Prozent zu erhöhen, hält Valentin Fuchs aus dem Asta-Vorstand auf Anfrage zwar für einen ersten Schritt; das sei aber noch viel zu wenig, sagt er der FR.

Vorschläge für einen Ausbau der Wohnraumversorgung von Studenten hat der Asta bereits parat. In einem aus zehn Punkten bestehenden Forderungskatalog drängt er unter anderem darauf, dass die städtischen Wohnungsgesellschaften Mikroapartments für Geringverdienende und Studierende bauen, deren Mietpreise die im Bafög-Satz vorgesehene Wohnpauschale nicht überschreiten. Dem Studentenwerk müsse die Stadt zum Bau von Wohnheimen geeignete Grundstücke vergünstigt oder kostenfrei anbieten. Allgemein solle die Stadt dafür sorgen, dass ein deutlich größerer Anteil geförderten Wohnraums entsteht als bisher und Büroflächen zu Wohnraum ungewidmet werden.

Das Land fordert der Asta auf, die Förderung für Wohnheimplätze und den Neubau von Wohnheimen des Studentenwerks deutlich zu erhöhen und an die Entwicklung der Studierendenzahlen zu knüpfen. Auch der Bund müsse sich , etwa durch Förderprogramme, für den Bau von Wohnheimen engagieren. Die Wohnpauschale im Bafög von bisher pauschal 250 Euro pro Monat müsse sich künftig an der Höhe der Mieten am jeweiligen Studienort orientieren.

An das Studentenwerk wiederum appelliert der Asta, wieder mehr eigene Wohnheime zu bauen oder zu kaufen, statt Wohnräume anzumieten. Sonst drohe, dass Wohnheimzimmer wegfallen, sobald eine Mietfrist ausläuft. Er warnt zudem davor, alte Wohnheime, wie das an der Jügelstraße in Bockenheim, zu verkaufen.

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