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Wintersemester „Studiert länger als bloß sechs Semester!“

Mit Ansprachen, Infoständen und Kugelschreibern begrüßt die Goethe-Universität Erstsemester auf dem Campus.

Erstsemester-Begrüßung
Wird wieder voll in den Hörsälen: Die Uni empfängt insgesamt 9200 Erstsemester. Foto: Michael Schick

Dicht gedrängt sitzen sie im Audimax des Hörsaalzentrums auf dem Campus Westend. Bei weitem nicht alle haben einen Sitzplatz ergattern können. Viele müssen stehen, manche sitzen auf der Treppe. 9200 Erstsemester haben zum Wintersemester, begonnen, an der Goethe-Universität zu studieren. Ein Großteil scheint am Donnerstag zur Erstsemesterbegrüßung gekommen zu sein.

„Toll, dass Sie alle hier sind“, begrüßt Birgitta Wolff die Studenten. Die Universitätspräsidentin sagt, die Goethe-Uni werde alles dafür tun, dass die Erstsemester ihre Entscheidung nicht bereuen, in Frankfurt zu studieren. Deutschlands drittgrößte Präsensuniversität sei ein Ort, an dem jeder alles sagen könne. „Toleranz ist, wenn es weh tut“, sagt Wolff.

Die Universität sei nicht nur Campus und Gebäude, sagt Felix Sauer, „die Universität ist ein Lebensgefühl“. Der Vertreter des Allgemeinen Studierendenausschusses AStA ruft die Erstsemester auf, sich zu engagieren, „und auch mal ein Haus zu besetzen“. Schließlich fehle Wohnraum an allen Ecken in der Stadt. Er bittet die Studenten, gegen den gesellschaftlichen Rechtsruck anzukämpfen. „Und studiert länger als bloß sechs Semester“.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) bedankt sich ironisch bei dem AStA. „Ein bisschen Spießigkeit tut nicht weh, also macht den Abschluss“, fordert er die Studenten auf. Auch der Oberbürgermeister beschreibt die Universität als besonderen Ort: „Die Goethe-Universität hat schon immer den Bürgern Frankfurts gehört.“ Sie sei Teil einer Stadt mit Menschen aus über 180 Nationen. „Frankfurt ist eine Stadt der Händler und deswegen seit jeher offen für Menschen mit anderen Haar- oder Hautfarben“, sagt Feldmann.

Über 70 Stände

Vor den Toren des Hörsaals steht Wang Yangyang etwas verloren zwischen den Ständen der „Unistart“-Messe. Studenteninitiativen, Univerwaltung und Unternehmen informieren dort an über 70 Ständen über ihre Angebote. Yangyang erzählt, sie komme aus China und beginne nun ihr erstes BWL-Mastersemester in Frankfurt. „Die Universität ist sehr groß“, sagt Yangyang, „ich bin froh, dass ich einen Mentor habe, der mich betreut.“

„Die Wohnungssuche war echt schwierig“, erzählt Charlotte Grobe. Weil sie kein bezahlbares Zimmer in Frankfurt gefunden hat, wohnt sie nun in Offenbach. Sie freut sich, dass sie nun endlich Politikwissenschaft und Germanistik studieren kann. Zu der Messe kam sie vor allem, um sich über Auslandsaufenthalte zu informieren., erzählt Grobe. „Ich möchte gerne ein Semester im Ausland studieren.“

Am Stand des Erasmus-Netzwerkes wartet Sven Graßmann. „Wir kümmern uns um Erasmusstudenten, die nach Frankfurt kommen und organisieren Ausflüge - zum Beispiel auf das Oktoberfest in München“, sagt der Student, der Spanischlehrer werden will. „Ich selbst war in Spanien und habe dort ein Praktikum gemacht - eine tolle Erfahrung“, schwärmt Graßmann.

Piotr Kalschernack pendelt jeden Tag mit Bus und Zug aus Darmstadt an die Goethe-Uni. Während viele Studenten noch panisch nach einen günstigen Zimmer suchen, plant er nicht, nach Frankfurt zu ziehen. „Bei meiner Mutter gefällt es mir ganz gut“, erzählt der 18-jährige. Er freue sich auf die kommenden Wochen, „weil ich endlich das studiere, was ich liebe - Romanistik und Anglistik.“

Michelle Kasper trägt einen großen Beutel voller Kugelschreiber und Info-Materialien aus dem Hörsaalzentrum. „Mich hat besonders das Angebot des Schauspielhauses interessiert“, sagt die Germanistikstudentin. Ihre Kommilitonen habe sie bereits kennengelernt. „Leider bleibt bisher jeder unter sich“, sagt Kasper. Deswegen gehe sie am Abend zur großen Erstsemester-Party: „Dann ändert sich das, hoffe ich.“

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Semesterstart

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