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Universitätsbibliothek Frankfurt Land gibt Geld für Uni-Bibliothek

Der Neubau für die Universitätsbibliothek Frankfurt soll auf dem Campus Westend entstehen. Mittel fließen aus dem Verkauf des Polizeipräsidiums.

Universitätsbibliothek
Studenten lernen in der Frankfurter Universitätsbibliothek. (Archiv) Foto: Monika Müller

Der Neubau der Frankfurter Universitätsbibliothek rückt deutlich näher. Die Landesregierung stellt, wie Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) am Mittwoch in Frankfurt berichtete, nun mehr als 100 Millionen Euro für das Vorhaben zur Verfügung. Er sprach von einer möglichen Fertigstellung im Jahr 2025 oder 2026.

Zur Finanzierung des Projekts greift die Landesregierung auf den Verkaufserlös des Alten Polizeipräsidiums am Frankfurter Platz der Republik zurück. Sie hatte das Gelände vergangene Woche für 212,5 Millionen Euro an den Düsseldorfer Projektentwickler Gerchgroup verkauft, der dort Wohnungen, Büros und ein Hotel errichten will. Dass das Land das Areal für einen so hohen Preis verkauft hat, stößt bei der Stadt auf Kritik. Dort befürchtet man, dass außer Sozialwohnungen nur extrem teurer Wohnraum entsteht.

Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) sprach dagegen gestern vom nun schon zweiten guten Tag für Frankfurt nach der Verkaufsnachricht. Der erzielte Erlös werde schließlich vollumfänglich in Frankfurt und Umgebung reinvestiert, um Wissenschaft und Bildung sowie den Wohnungsbau zu fördern. Wie Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) berichtete, soll etwa ein neuer Liegenschaftsfonds entstehen, der Grundstücke ankaufen und an Bauträger verpachten soll. Er werde mit 60 Millionen Euro ausgestattet.

Rhein sagte, ohne den Verkauf des Polizeipräsidiums wäre in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren in Sachen Uni-Bibliothek nichts geschehen. „Wir können froh sein, um jeden Euro, um den das Kaufangebot erhöht wurde, weil das Geld den Bürgerinnen und Bürgern zugutekommt“, sagte er in den Räumen der Nassauischen Heimstätte.

Beim Neubau der Uni-Bibliothek handele es sich um den letzten zentralen Baustein der baulichen Neuordnung der Goethe-Universität. Das neue Gebäude, das entlang der Miquelallee entstehen soll, werde den Campus Westend komplettieren. Zugleich mache der Neubau den Weg frei für eine neue Nutzung der bisherigen Uni-Bibliothek auf dem Campus Bockenheim, der sich zu einem Kulturcampus entwickeln soll.

Zunächst werde man nun versuchen, die im vergangenen Jahr begonnenen Verhandlungen mit der Stadt Frankfurt über einen Grundstückstausch bald abzuschließen, sagte Rhein. Das nun favorisierte Areal an der Miquelallee sei besser geeignet als das ursprünglich vorgesehene Landesgrundstück jenseits der Hansaallee. Ziel sei schließlich ein zusammenhängender Campus. Planerisch sei das Grundstück bereits als Entwicklungsfläche der Universität und als Sondergebiet Hochschule ausgewiesen, sagte der Minister.

Rhein ging davon aus, dass ein Architekturwettbewerb für den Neubau der Bibliothek ausgerichtet wird. Diese werde allen Bürgern den Zugang zur wissenschaftlichen Publikationen in gedruckter und digitaler Form ermöglichen und als zentraler Lern- und Arbeitsort dienen. So werde der Neubau auch Räume bieten, die für Seminare und andere Veranstaltungen genutzt werden können.

Die Generalsekretärin der hessischen SPD, Nancy Faeser, kritisierte die Ankündigungen der Landesregierung als „billigen Versuch der Wahlkampfhilfe für die CDU-Oberbürgermeisterin Bernadette Weyland“. Die FDP im Landtag stört, dass der Verkaufserlös nicht in die Schuldentilgung fließt. Die Linke warf dem Land erneut vor, beim Polizeipräsidium wie ein Spekulant gehandelt zu haben.

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