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Trauer um Michael Jackson Ohne miese Ausreden durchs Studium

Ungewöhnliche Todesfälle oder der dritte Geburtstag desselben Familienmitglieds im selben Jahr: Studierende sind meist sehr kreativ, wenn es darum geht, Ausreden für eigene Fehler zu erfinden.

17.12.2018 10:03
Wilde Ausreden
Wenn die Hausarbeit nicht rechtzeitig fertig wird, tischen Studenten ihren Dozenten manchmal die wildesten Ausreden auf. Dabei gilt auch an der Hochschule: Ehrlich währt am längsten. Foto: Westend61

„Eine Studentin erschien deutlich zu spät zur Prüfung. Sie sagte zu mir: 'Ich habe heute Morgen zur Vorbereitung noch einige Ihrer Vorlesungsaufzeichnungsvideos angesehen. Das war so faszinierend. Da habe ich völlig die Zeit vergessen'“, erzählt Oliver Vornberger, Professor für Informatik an der Uni Osnabrück. Eine ungewöhnliche Ausrede? Mitnichten: Fast jeder Dozent kann eine Anekdote erzählen, wenn es um kreative Ausreden von Studierenden geht.

Dabei sind die Studierenden selten verlegen, wenn es um eine vermeintlich gute Ausrede für eigene Fehler geht. Doch die kleinen Notlügen machen das Studentenleben meist nicht einfacher.  Denn der Dozent hat (wirklich alles) schon tausendmal gehört. Und dann wird es mit den Ausreden einfach nur peinlich. Bleibt die Frage: Wie kommt man denn ohne peinliche Ausreden wieder aus einer verzwickten Situation?

Zu spät kommen

Eines der wohl häufigsten Phänomene an der Hochschule: Ein Student kommt zu spät zum Seminar. „Idealerweise entschuldigt man sich in einem solchen Fall kurz, gegebenenfalls mit einer plausiblen Begründung“, rät die Kommunikations- und Kniggetrainerin Susanne Lührmann. Dann sollte man sich still und leise auf seinen Platz setzen - ohne seinen Nachbarn die Geschichte des Zuspätkommens aufzudrängen.

Referate hinauszögern

Auch wenn es um das Verschieben von Referaten geht, werden Studierende oft kreativ: „Vor Jahren sagte eine Studentin ihr Referat in meinem Blockseminar ab: Jemand, der ihr sehr viel bedeutet habe, sei verstorben. Es stellte sich heraus, dass sie Michael Jackson meinte, und es ihr ganz ernst damit war“, berichtet Milos Vec, Professor für Jura an der Universität Wien.

Grundsätzlich wissen viele Dozenten die Ausflüchte der Studierenden gut einzuschätzen. „In der Regel ist an den Problemen, die geschildert werden, nicht viel dran - sonst würden diese Sachverhalte schon vorher angesprochen werden und nicht erst zwei Tage vor der Abgabe einer Hausarbeit“, sagt Lutz Peters, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich Sozialpädagogik an der Uni Hamburg.

Fehler nicht auf andere schieben

Eine goldene Regel sollte lauten: Niemals Kommilitonen mit ins eigene Dilemma ziehen. Wer seine Fehler auf andere schiebt, macht meist alles nur noch schlimmer: „Haben Studierende einen Fehler gemacht, sollten sie dazu stehen und nicht beginnen, sich zu rechtfertigen“, erklärt Susanne Lührmann. Das bestätigt auch Milo? Vec: „Fehler können passieren. Die Chance, dass sie verziehen werden, kann durchaus durch eigenes Verhalten gesteigert werden.“

Abgabefristen nicht einhalten können

Originelle Erklärungen haben Studierende auch parat, wenn sie die Abgabefrist für eine Projekt- oder Abschlussarbeit reißen. Fehlerhafte Hardware und Software gehört zur Standardausflucht im Fach Informatik. „Interessanterweise kann es vier Wochen dauern, bis es bemerkt wird“, sagt Oliver Vornberger. Wenn Studierende aber gute Gründe haben und zum Beispiel erkranken, ist es wichtig, den Dozenten rechtzeitig zu informieren und ein entsprechendes Attest beim Prüfungsamt einzureichen.

Peinlich kann es für Seminar-Teilnehmer auch werden, wenn sie im Kurs eine Frage beantworten sollen und nicht Bescheid wissen.„Für Studierende sollte eine Wissenslücke im Seminar eigentlich kein Problem sein“, findet Lutz Peters. Schließlich sind sie an der Uni, um etwas zu lernen.  (dpa) 

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