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Studenten in Frankfurt Kaum günstige Unterkünfte

In Frankfurt gibt es für die Studenten viel zu wenige Wohnheimplätze. Und WG-Zimmer sind sehr teuer.

Urbanum
Im neuen „Urbanum“ an der Mainzer Landstraße kostet das möblierte Zimmer 649 Euro Miete. Foto: peter-juelich.com

Studierende, die in Frankfurt ein für sie halbwegs bezahlbares Zimmer suchen, haben schlechte Karten. Etwa 4400 Wohnheimplätze gibt es in der Stadt, aber mehr als 61 000 Studierende. Bei der Versorgungsquote von gut sieben Prozent liegt Frankfurt im deutschlandweiten Vergleich ganz hinten.

Zwar entstehen auch private Apartments, die eine studentische Zielgruppe ansprechen sollen. Diese aber sind meist so teuer, dass nur Studierende mit einem lukrativen Nebenjob oder Erben einziehen können. Im „Urbanum“ etwa, einem an der Mainzer Landstraße entstandenen Apartmenthaus, kostet schon das 18 Quadratmeter große möblierte „Standard-Studio“ samt Nebenkosten 649 Euro im Monat. Auch WG-Zimmer sind rar und teuer. Beim Mosel-Mendelsohn-Institut spricht man von einer Monatsmiete von im Schnitt 450 Euro. Nur in München ist es nach dieser Studie noch teurer.

Das Problem ist seit Jahren erkannt. Nicht zum ersten Mal rufen das Studentenwerk, die Stadt Frankfurt sowie Hochschulen und Asten im Rhein-Main-Gebiet Privatvermieter zum Semesterstart dazu auf, günstigen Wohnraum für Studierende bereitzustellen. Die Stadt, das Studentenwerk und die städtische Wohnungsgesellschaft ABG haben vergangenes Jahr vereinbart, bis 2020 mindestens 1000 neue Plätze zu schaffen. Doch bislang hat sich die Lage keineswegs verbessert.

Asta schlägt Alarm

Von einem krassen sozialen Problem spricht Valentin Fuchs, Referent für Kommunikation beim Asta der Frankfurter Uni. Es werde immer schwieriger, sich ein Studium in Frankfurt zu finanzieren. Zumal die Wohnpauschale des BAföG nur 250 Euro beträgt. Viele Studierende pendelten von weit her, weil sie sich keine Wohnung in Frankfurt leisten könnten, nähmen deshalb aber nicht am soziokulturellen Leben der Stadt teil, beobachtet Fuchs.

Andere jobbten so viel, dass sich ihr Studium in die Länge ziehe oder der Abbruch drohe. Eine dritte Gruppe sehe aus Kostengründen von einem Studium in Frankfurt ab. Damit seien das geringe Angebot an Wohnheimplätzen und die hohen Mieten für privaten Wohnraum auch ein Standortnachteil für die Universität, sagt Fuchs.

Selbst wenn die von Stadt, ABG und Studentenwerk versprochenen zusätzlichen Wohnheimplätze realisiert würden, sei das nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Stadt und Land handelten viel zu unentschlossen, seien nicht genug dahinter her, dass bezahlbarer Wohnraum entstehe, kritisiert Fuchs im Gespräch mit der FR. Diese müssten etwa deutlich mehr Grundstücke dem Studentenwerk oder für sozialen Wohnungsbau zur Verfügung stellen.

Für Studierende, die neu in der Stadt sind und noch keine Bleibe gefunden haben, bietet der Asta auch zu diesem Semesterstart wieder eine Notunterkunft im Studierendenhaus an.

Mehr Informationen gibt es unter www.wohnraum-gesucht.de und unter asta-frankfurt.de/wohnungssuche

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Semesterstart

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