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Streit an Goethe-Uni Präsidium lehnt Kandidat für Dekanat ab

Erziehungswissenschaftler und ihre Studenten an der Frankfurter Goethe-Universität sind empört. Es gilt einen neuen Dekan für ihren Fachbereich 4 zu finden. Doch das Uni-Präsidium lehnt ihren Kandidaten ab, obwohl er die Unterstützung vom gesamten Fachbereich hat.

05.07.2013 13:16
Judith Kessler
Streit an der Goethe-Uni. Foto: Peter Jülich

Noch bevor der Fachbereichsrat der Erziehungswissenschaften am Dienstag tagen konnte, so berichten es jene, die dabei waren, mussten erst einmal noch mehr Stühle in Raum 4G102 im PEG-Gebäude getragen werden. Grund für den Besucherandrang war Punkt 5 auf der Tagesordnung: die Wahl eines neuen Dekans für den Fachbereich 4 der Goethe-Universität.

Für die Nachfolge von Professorin Barbara Friebertshäuser, hatte sich exakt ein Kandidat finden lassen. Die Person, die namentlich nicht genannt werden und die Entscheidung auch nicht kommentieren wollte, konnte sich zwar der Unterstützung seiner Kollegen, des Mittelbaus und der Studierenden sicher sein. Doch das Präsidium der Goethe-Universität lehnte die Kandidatur ab, wozu es laut Hessischem Hochschulgesetz auch berechtigt ist. Das Konzept des Bewerbers habe nicht überzeugt, begründete Präsidiumssprecher Olaf Kaltenborn die Entscheidung gegenüber der Frankfurter Rundschau.

Professoren reagieren mit „Unverständnis“

Die Professorenschaft des Fachbereichs wollte sich bis Redaktionsschluss nicht zu dem Fall äußern. Gleichwohl ist die Aufregung über die Ablehnung des vom gesamten Fachbereich unterstützten Kandidaten groß. Auch Professoren und Mittelbau reagierten mit „Unverständnis“ auf die Personalentscheidung des Präsidiums, wie aus Protokollen der Sitzung hervorgeht. Man sei irritiert, denn man stehe hinter dem Kandidaten und auch hinter seinem Konzept hieß es am Dienstag. Gegenüber der FR wollte kein Professor Stellung nehmen.

AStA-Vorstand David Macharczyk kritisierte die Entscheidung: „Das Präsidium, das immer vollmundig von Autonomie spricht, konterkariert einmal mehr mit dieser Entscheidung seine eigenen Worte.“ Der Universitätspräsident überschreite seine Kompetenzen, wenn er notwendige politische Auseinandersetzungen um etwa die Unterfinanzierung von Fachbereichen so auszusitzen versuche.

Der Fachbereich wird nun kommissarisch weiter von Barbara Friebertshäuser geleitet. Ein Teilnehmer des Fachbereichsrats brachte in der Sitzung am Dienstag das Problem eines neuen Kandidaten auf den Punkt: Wer nun vom Präsidium genehmigt werde, dem fehle möglicherweise die Rückendeckung im Fachbereich, weil er als zu präsidiumsnah gelten könnte.

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