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Städelschule Frankfurt Studenten aus aller Welt wollen in Städelschule

Zur Kunsthochschule Städel in Frankfurt kommen Studenten aus der ganzen Welt. Gepflegt wird ein kreatives Miteinander.

Städelschule
Die Studentinnen Maïly Beyrens und Agnese Galiotto (von links) in der Mensa, dem kommunikativsten Ort der Städelschule. Foto: Monika Müller

Das Semester an der Städelschule hat mit einer Party begonnen. Seit Wochenbeginn stellen Studenten ihre Abschlussarbeiten aus, im MMK 3 und erstmals im MMK 1. Das wurde ausgiebig gefeiert.

Rund 35 Studenten hat die Kunsthochschule zum Wintersemester aufgenommen, in Kursen für Bildende Kunst und Architektur. Agnese Galiotto ist neu an der Städelschule. Die 21-Jährige hat in Mailand studiert, an der Kunsthochschule Accademia di Brera. Sie bleibt mit einem Stipendium sechs Monate an der Städelschule, in der Klasse von Professor Willem de Rooij.

Agnese Galiotto spricht Englisch, so wie die meisten der rund 200 Studenten der Kunstakademie. Zwei von drei kommen aus dem Ausland. „Ich möchte herausfinden, um was es in meiner Kunst wirklich geht“, sagt sie. Interessiert sei sie an Beziehungen zwischen Menschen und ihrem eigenen Platz innerhalb dieser Beziehungen. Sie wolle Videos drehen. Kamera und Stative muss sie noch im Atelier unterbringen.

Teilhabe an einem Diskurs

Das Atelier I2 teilt sie sich mit Maïly Beyrens. Die 23 Jahre alte Belgierin hat in Gent ihren Bachelor gemacht. Nun ist sie für fünf Semester an der Städelschule, ebenfalls in der Klasse von de Rooij. Pro Monat sind drei Kurse vorgesehen. Zuvor gab es eine Einführung.

Außerdem stehen weitere Veranstaltungen auf dem Lehrplan, Siebdruck oder die Arbeit im Tonstudio, sagt Il-Jin Atem Choi, künstlerischer Koordinator und Assistent von Städelschul-Direktor Philippe Pirotte. „Wenn die Studenten die jeweilige Technik beherrschen, können sie selbst frei damit arbeiten“, sagt er. Den Geist der Städelschule beschreibt er so: „Es geht um ein spekulatives Nachdenken, um künstlerische oder architektonische Grenzerfahrung, um die Teilhabe an einem Diskurs.“ Den Diskurs förderten die Gastvorträge von internationalen Dozenten. Sie seien für alle Interessierten zugänglich. Damit öffne sich die Kunsthochschule nach außen. Genau wie beim Rundgang an der Städelschule, der 2018 wieder im Februar sein wird. Die Städelschüler zeigen dann, woran sie gerade arbeiten.

Maïly Beyrens und Agnese Galiotto müssen ihr Atelier nun einrichten. Noch ist es vollgestellt mit Gemälden, Farben, Planen. In der kommenden Woche ziehen sie mit Laptop, Büchern, Utensilien ein. Maïly Beyrens, die das Studium in fünf Semestern als Meisterschülerin abschließen könnte, hat schon einige Arbeiten produziert.

Gemeinsam mit dem Kollektiv Portier hat sie in Gent die Installation eines Souvenirladens eröffnet. Etwas in dieser Art könne sie sich auch in Frankfurt vorstellen, sagt sie. Das Konzept erinnert Il-Jin Atem Choi sofort an Souvenir Frankfurt. Das Geschäft war früher in der Kaiserpassage. Dort waren einst viele Städelschüler anzutreffen. Heute treffen sich die Studenten eher in der Mensa der Schule – oder auch im Bahnhofsviertel vor dem Kiosk Yok Yok, in der Kneipe Terminus Klause, in der Bar Plank.

Maïly Beyrens mag das Bahnhofsviertel, sagt sie und gähnt. War spät gestern. Mit dem Verkauf ihrer Kunst über ihre Internetseite verdient die Studentin schon etwas Geld. „Damit habe ich mir zwei Monate Miete in Gent finanziert“, sagt sie. In Frankfurt seien die Mieten allerdings höher. Noch sucht sie nach einer bezahlbaren Wohnung.

Zwar koste das Studium nichts außer dem Semesterbeitrag, sagt Il-Jin Atem Choi. Viele Studenten arbeiteten dennoch nebenbei: in der Mensa, für den Hausmeister, in der Kunsthalle Portikus oder außerhalb der Städelschule. Agnese Galiotto hatte Glück. Sie ist mit dem Stipendium in einer Wohnung der Kunsthochschule in der Daimlerstraße untergekommen.

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