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Sommeruniversitäten in Frankfurt Studieren statt pausieren

Sommeruniversitäten locken junge Leute aus aller Welt in die Stadt Frankfurt. An der Goethe-Uni und der Frankfurt University of Applied Sciences haben die Programme begonnen.

Internationale Sommeruniversität
Die Teilnehmenden der Frankfurt Summer School besuchten am Mittwoch auch den Römer. Foto: peter-juelich.com

Abschiedsgrüße tönen über den Campus Westend: „Wir sehen uns nach den Semesterferien“, ruft ein Student seinen Kommilitoninnen zu. Während an den Frankfurter Hochschulen die Vorlesungszeit zu Ende geht, zieht es Studierende aus der ganzen Welt gerade jetzt in die Stadt.

Die Sommerprogramme der Goethe-Universität und der Fachhochschule haben begonnen – darunter die gemeinsam angebotene International Summer University mit Schwerpunkt europäische Studien und Finanzen und die Frankfurt Summer School.

Antonia Ferreira aus Brasilien, Murad Abu El Heja aus Tel Aviv, Sophie Dixon aus Birmingham und Jona Malile aus Toronto sind vier von 61 Studierenden, die seit Wochenbeginn die vierwöchige Frankfurt Summer School der Goethe-Uni besuchen.

Das Programm der Frankfurt Summer School 

Auf dem Programm stehen Kurse in Rechtswissenschaften, Psychologie und Naturwissenschaften, Deutschunterricht und viele Freizeitaktivitäten, sagt Programmmanagerin Anne Le Duigou Bernig. 

Neben dem obligatorischen Abstecher ins Apfelweinviertel Sachsenhausen stehen eine Besichtigung der Europäischen Zentralbank, Trips zum EU-Parlament in Straßburg, nach Berlin und Heidelberg an.

Die Studierenden schwärmen vor allem von der interkulturellen Erfahrung im Programm: „In Tel Aviv schwingt immer der Nahostkonflikt mit. Hier in Frankfurt kann ich mit Leuten aus der ganzen Welt ganz unbefangen in Kontakt kommen, das ist großartig“, findet Abu El Heja.

Zur Teilnahme bewogen haben alle vier aber inhaltliche Gründe. Kanadierin Malile etwa, die sonst einen Master in Europäischen Studien belegt, freut sich, mehr über Recht in der globalisierten Welt zu lernen, zu Flüchtlingsthemen etwa. „Das hier im Herzen von Europa zu tun, wo ja viele Geflüchtete leben, erweitert meinen Fokus enorm.“

Britin Dixon zog es nach Frankfurt, weil ihr Fach Psychologie hier „eine viel höhere Reputation“ habe als in ihrer Heimat. Und Ferreira schwärmt: „Die Labore, die ganze Struktur der Naturwissenschaften hier ist viel moderner als in Brasilien.“

Dixon, Malile und Abu El Heja haben zudem das Glück, ein Stipendium ergattert zu haben. Mit den Universitäten in Toronto, Birmingham, Tel Aviv und Fudan in Schanghai unterhalte die Goethe-Uni strategische Partnerschaften, erläutert Anne Le Duigou Bernig, warum aus diesen Städten 16 Studierende ein Stipendium erhielten, zudem drei vom Jura-Fachbereich in Leicester. Die Selbstzahler, zu denen auch Brasilianerin Ferreira gehört, müssen 2000 Euro für die vier Wochen zahlen.

Der 21-Jährigen ist es das wert. Wie die anderen drei kann sie sich vorstellen, fürs Masterstudium nach Frankfurt zu ziehen. Das ist ganz im Sinne von Projektmanagerin Le Duigou Bernig. Denn erklärtes Ziel des Programms sei es, zukünftige Masterstudierende und Doktoranden zu gewinnen. Außerdem erhalte die Goethe-Uni Austauschplätze an den Partnerunis.

Ähnliche Gründe führt auch Kira Kastell, Vizepräsidentin der Fachhochschule („University of Applied Sciences“) für das Ausrichten von Sommeruniversitäten an. Diese seien nützlich, um Hochschulpartnerschaften zu pflegen, neue Kontakte in Forschung und Lehre zu knüpfen oder Studierende zu gewinnen. In den kommenden Wochen wird dazu noch viel Gelegenheit sein – im August und September beginnen an beiden Hochschulen weitere Sommerprogramme.

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