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Siemens Förderprogramm Yolante hilft

Der Siemens-Konzern unterstützt mit seinem Programm Yolante Studentinnen in technischen Fächern. Bis heute haben es Frauen in dieser Männerdomäne teils schwer.

16.06.2012 21:26
Von Katharina Sperber
Viele Unternehmen setzen inzwischen auf starke Frauen. Foto: Weis (2)

Stellen Sie sich vor, Sie gehen zur Schule, sind ein Mädchen in der Oberstufe, haben als Leistungskurs Physik belegt – und sind da stets die Beste. Die Jungen rätseln allen Ernstes, ob alles mit rechten Dingen zugeht.

Bei der 20-jährigen Katharina Gückel geht es das, sie hat sich von den dummen Sprüchen nicht einschüchtern lassen. Heute studiert sie in Darmstadt Wirtschaftsingenieurwesen und Elektrotechnik. Und ist damit eine heiß begehrte Frau für die Industrie, der zunehmend der Nachwuchs unter den Ingenieuren ausgeht.

Natalia Schmidt (22) studiert ebenfalls in Darmstadt Wirtschaftsingenieurwesen und Maschinenbau. Selbst an der Hochschule seien männliche Kommilitonen noch immer nicht begeistert, wenn sie mit ihr zusammenarbeiten sollen. „Aber sobald wir gemeinsam ein Projekt beginnen, merken sie, dass Frauen ihr Fach beherrschen – oft besser sogar als die Männer.“

Gückel und Schmidt mangelt es nicht an Selbstbewusstsein. Sonst wären sie nicht da, wo sie heute sind. Das macht sie attraktiv, beispielsweise für den Siemens-Konzern. Auch er braucht dringend junge Ingenieure und Ingenieurinnen.

2.000 Euro pro Jahr und Teilnehmerin

Seit zehn Jahren betreibt Siemens deswegen ein eigenes Förderprogramm für junge Frauen unter dem Namen Yolante. Die Abkürzung steht für Young Ladies’ Network of Technology. Es ist ein Mentoren-Programm für Studentinnen. Bundesweit werden jedes Jahr rund 100 Studentinnen begleitet. Das Unternehmen lässt dafür 2.000 Euro pro Jahr und Teilnehmerin springen.

Stefan Eckert, Leiter Mobility Division Rhein-Main, ist so ein Mentor. Er betreut Gückel und Schmidt, unterstützt sie bei der Suche nach Praktika, offeriert Werkstudentenverträge im In- und Ausland und lässt sie an seinem umfassenden Netzwerk teilhaben. Er hat sich vor drei Jahren als Mentor zur Verfügung gestellt.

Die Arbeit mit seinen Schützlingen macht ihm viel Spaß, sagt er, weil er sieht, dass sich die Mühe lohnt. Gückel und Schmidt haben viel davon: sie lernen verschiedene Berufsfelder und Arbeitsabläufe kennen und dürfen auch dort reinschnuppern, wovon andere nur träumen können.

Da aber bekanntlich der Fortschritt eine Schnecke ist, erhöht sich die Zahl der Frauen unter den Beschäftigten im Konzern nur langsam: Ende 2011 lag die Frauenquote bei Siemens in Deutschland bei 21 Prozent; bei Neueinstellungen bei 24 Prozent. In den Chefetagen arbeiten nur zehn Prozent Frauen, bis 2015 soll dieser Anteil auf 12 bis 13 Prozent klettern. Das klingt alles nicht gerade berauschend.

Doch so sieht es fast überall aus. In Deutschland ist nur jeder fünfte Absolvent in den Ingenieurwissenschaften eine Frau und nur jeder zehnte sozialversicherungspflichtig beschäftigte Ingenieur ist weiblich. Eine Quote aber lehnt das Unternehmen ab.

Brigitte Ederer, die Personalchefin bei Siemens und eine von zwei Frauen im Konzern-Vorstand, möchte lieber „von unten“ für mehr weiblichen Nachwuchs sorgen. Katharina Gückel und Natalia Schmidt zögern auch bei der Frage, ob eine Quote ihnen wirklich etwas bringen würde. „Wer will schon eine Quotenfrau sein?“, fragt Schmidt.

Yolante: Frauen, die ein technisches oder naturwissenschaftliches Studium begonnen haben oder planen, können sich bewerben. Yolante steht für Young Ladies’ Network of Technology.

FEMtech ist auch ein Förderprogramm, vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, allerdings nicht so praxisbezogen wie Yolante.

Mint will schon in den Schulen Nachwuchs fördern, der sich für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik interessiert.

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