Lade Inhalte...

Religionen im Dialog Café lädt zu Austausch über Religion ein

Auf dem Campus Westend in Frankfurt lädt das Café Abraham zum Austausch über den Glauben ein. Dabei gibt es durchaus überraschende Gemeinsamkeiten.

Unicampus Westend
Das Café Abraham lädt Studenten der Goethe-Universität zum Austausch über den Glauben ein. Foto: Christoph Boeckheler

Die zehn Männer und Frauen sitzen sich pärchenweise gegenüber und reden angeregt miteinander. Es geht um die Ehe im jüdischen und muslimischen Glauben, um den Umgang mit dem Tod in verschiedenen Religionen, um Marathonläufe und um Cordon Bleu. Nach zehn Minuten tauschen die Personen die Plätze, und es entstehen neue Diskussionen beim interreligiösen Speed-Dating.

Das schnelle Treffen verschiedener Religionen ist ein Angebot, das das Café Abraham an zwei Tagen auf dem Adorno-Platz des Uni-Campus Westend bietet. „Einen solchen interreligiösen Dialog veranstalten wir zum dritten Mal hier auf dem Campus“, sagt Christina Schlösser vom Café Abraham. Der Frankfurter Ableger des bundesweiten Projekts wird unter anderem von der Evangelischen Studierendengemeinde, der Islamischen und der Katholischen Hochschulgemeinde, der Jüdischen Studierendenunion Deutschland sowie von einigen Fachschaften der Goethe-Uni getragen.

Am Rande des Adornoplatzes steht das bunte Zelt der Aktion. Drumherum gibt es Tische, Stühle und Liegestühle – aus den Lautsprechern erklingt Musik. „Wichtig ist für uns, dass es hier ein zwangloses Miteinander gibt“, sagt Schlösser. Gespräche sollen in entspannter Atmosphäre entstehen. Mit einem Programm bieten die Veranstalter Anreize für neugierige Passanten. „Jeder ist uns willkommen“, verdeutlicht Schlösser, wobei Fundamentalisten und Extremisten ausgenommen sind.

Sarah studiert Medizin und ist am Dienstagmittag am Zelt. „Die Gemeinsamkeiten zwischen den Religionen sind es, auf die es ankommt. Es zeigt, dass man auf viele Arten seinen Schöpfer ehren kann. Das bestärkt mich in meinem Glauben“, sagt die Muslima.

„Wir überraschen die Menschen häufig mit unserer Präsenz und dass man hier Fragen stellen kann, die man sich sonst nicht traut zu stellen oder die man an niemanden sonst in seinem Umfeld richten kann“, erzählt Christina Schlösser.

Erstmals seien auch Vertreter des jüdischen Glaubens beim Dialog auf dem Campus dabei. Einer ist Konstantin, der Lehramt an der Uni studiert. Beim Speed-Dating spricht er mit Dietlinde und berichtet davon, dass er nicht Fleisch und Milch zusammen isst. „Cordon Bleu entfällt für mich“, sagt er und lacht. Dietlinde ärgert sich über engstirnige Leute innerhalb, aber auch außerhalb der Religionen. Sie sei Protestantin und sehr liberal. Einige Plätze weiter tauschen sich Judith und Sohyb über das Zuckerfest aus und entdecken, dass sie beide gern Halbmarathon laufen. Dialog schafft Verbindungen.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen