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Max-Planck-Institut Im Doppelpack

Auf den Campus Riedberg in Frankfurt zieht ein weiteres Max-Planck-Institut.

01.06.2014 15:05
Moukhtar Sarraj-Bachi
Der Neubau des Max-Planck-Instituts im Stile einer „Neuro-Architektur“. Foto: Alex Kraus

Erin Schuman atmet demonstrativ aus, Lachen erschallt im Hörsaal: nach den obligatorischen, in Deutsch vorgetragenen Begrüßungsworten kann die Direktorin des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung nun die Gäste zur Eröffnung des Neubaus am Campus Riedberg flüssig in ihrer Muttersprache Englisch begrüßen. In der ersten Reihe haben sich neben Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU), dem Präsidenten der Goethe-Universität Werner Müller-Esterl und dem Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft Herbert Jäckle „die Giganten“ eingefunden, wie Schuman ihre bekannten Vorgänger Wolf Singer und Heinz Wässle bezeichnet.

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Die Anforderungen moderner Forschung auf dem Gebiet der Neurowissenschaften genügten dem Institut an der Deutschordenstraße nicht mehr, weshalb sich die Max-Planck-Gesellschaft für einen Neubau in direkter Nachbarschaft des naturwissenschaftlichen Campus der Goethe-Universität entschied. Doch nicht nur der Umzug, sondern auch das 100-jährige Bestehen des außeruniversitären Forschungsinstituts, das damals noch Kaiser-Wilhelm-Institut für Hirnforschung hieß, wird gefeiert.

Erfreut zeigte sich Minister Rhein von der Eröffnung des Instituts an den Campus Riedberg. „Ein eindrucksvoller Beweis für die attraktive Forschungsinfrastruktur innerhalb Frankfurts“ sei das Bestehen des Instituts seit 1963 am Standort Niederrad und nun auch der Umzug an den Riedberg, nicht zuletzt wegen der exzellenten Kooperation zwischen dem Land Hessen, der Goethe-Universität sowie der Max-Planck-Gesellschaft. Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Forschungsinstitutionen und der Goethe-Universität sei zudem „ein echtes Markenzeichen“ des Campus, von dem alle profitieren könnten.

In Hessen gibt es momentan sechs Institute der Max-Planck-Gesellschaft. Auf dem Riedberg gibt es bereits das Max-Planck-Institut für Biophysik, der Neubau komplementiert nun den naturwissenschaftlichen Charakter des Geländes. An diesem Ort widmet sich Schuman in Zusammenarbeit mit ihrem französischen Kollegen Gilles Laurent der Erforschung des Gehirns und seiner Geheimnisse.

Von einer „Neuro-Architektur“ inspiriert

Das Gebäude ist sowohl von der altgriechischen Agora als auch den Grundstrukturen des Gehirns, von einer „Neuro-Architektur“ inspiriert. „Ein Ort, an dem man sich trifft, miteinander interagiert und Wissen mit Nicht-Wissen kombiniert“, beschreibt Architekt Gunter Henn den Neubau.

Rund 150 Mitarbeiter beschäftigt das Institut am Riedberg, das sich in zwei Abteilungen der Direktoren Schuman und Laurent sowie in zwei unabhängige Forschungsgruppen gliedert. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich die Fachschaften für Biochemie, Biologie, Informatik, Mathe und Medizin der Goethe-Universität, mit denen das Institut eng zusammenarbeitet.

Weiterhin besteht eine Kooperation mit dem interdisziplinären Frankfurt Institute for Advanced Studies, mit dem Max-Planck-Institut für Biophysik und dem privaten Forschungsinstitut Ernst Strüngmann, das in den Altbau des Instituts für Hirnforschung in die Deutschordenstraße gezogen ist und sich auf kognitive Neurowissenschaften konzentriert.

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