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Jobsuche Absolventen Überzeugen in nur 10 Minuten

Studenten der Uni Mainz testen beim Job-Speed-Dating eine innovative Alternative zur klassischen Bewerbung: Sie haben jeweils zehn Minuten Zeit um einen potenziellen Arbeitgeber von sich zu überzeugen. Das Konzept kommt gut an - doch eine klassische Bewerbung sollte es trotzdem noch geben.

17.03.2014 17:20
Stefan Reichert
Das Job-Speed-Dating findet zwar nicht beim Kerzenschein statt, wie das romatische Original, doch die Uhr tickt genauso. Foto: imago

Nach zehn Minuten beendet ein Gong das Kurzinterview. In der Alten Mensa der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität haben Absolventen und Unternehmen das Angebot eines Job-Speed-Datings der Arbeitsagentur Mainz und des Career Service der Universität angenommen. Entgegen des romantischen Ursprungs des Speed-Datings, das gegen Ende der 1990er Jahre in New York aufgekommen ist, hoffen die Teilnehmer in Mainz hingegen eine berufliche Partnerschaft einzugehen. Während zehnminütiger Interviews wollten sich am Donnerstag knapp 70 Absolventen von ihrer besten Seite zeigen und Vertretern von zwölf Unternehmen ihre Stärken und Fähigkeiten präsentieren.

Der Andrang bei der dritten Runde sei deutlich höher als zuvor, so Alexander Embach von der Mainzer Arbeitsagentur. „Wir haben durchgängig sehr positive Rückmeldungen von den Unternehmen bekommen. Es gab einige Jobangebote im vergangenen Jahr.“ Die Vizepräsidentin der Universität Mechthild Dreyer betonte zu den Aufgaben der Universität gehöre es, durch zahlreiche Programme den Berufseinstieg für Absolventen möglichst einfach zu gestalten. Im Vorfeld hatten die Teilnehmer einen Workshop besucht. „Das war sehr hilfreich“, sagt die Politikwissenschaftlerin Danijela Vlasov.

Vorkenntnisse sind gefragt

Michaela Christmann, die biomedizinische Chemie studiert, ergänzt: „Wir wurden gebeten, zwei bis drei Sätze zu unserer Person mit Bezug zur Stelle zu formulieren, die den Unternehmen zugesandt wurden.“ Eine weitere Abweichung vom klassischen Speed-Dating ist, dass nicht jeder mit jedem sprach. Die meisten Bewerbern traten im Schnitt für ein bis zwei Interviews an. „Während des Workshops haben wir ausgelotet, welches Unternehmen zu unserem Profil passen könnte“, sagt Geograph Martin Christ.

Beate Nagel, Leiterin im Personalmanagement eines Logistikunternehmens, lobt das Format. „Es ist toll, in so kurzer Zeit mit so vielen Bewerbern zu sprechen. Es ist oft recht schnell klar, ob die Kandidaten passen könnten oder nicht. Die Studierenden sind häufig sehr zielorientiert und haben gute Vorkenntnisse.“ Alexander Embach von der Arbeitsagentur weist allerdings darauf hin, dass die Absolventen nicht mit konkreten Jobangeboten rechnen dürften. „Es geht darum, den jungen Menschen auf innovative Weise die Möglichkeit zu geben, sich jenseits der formalen Bewerbungen an die Unternehmen zu richten.“

Viele Personaler nähmen sich bei klassischen Bewerbungen nur wenige Minuten, um die Unterlagen anzuschauen. Dabei blieben Bewerbungen aufgrund formaler Fehler oft unberücksichtigt. „Fähigkeiten spielen dann keine Rolle.“ Trotz vergangener Erfolge spricht sich Embach prinzipiell für elektronische und schriftliche Bewerbungen aus. „Wir plädieren für einen Mix.“

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