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Goethe-Universität Verunsicherung nach sexuellen Übergriffen

Nach insgesamt vier Fällen von sexualisierter Gewalt auf und im Umfeld des Frankfurter Unicampus sucht die Polizei nach zwei mutmaßlichen Tätern.

Goethe-Universität Frankfurt
Auf dem Gelände der Goethe-Universität soll es zu sexuellen Übergriffen gekommen sein. Foto: dpa

Nachdem insgesamt vier Fälle sexualisierter Gewalt auf und im Umfeld des Frankfurter Universitätscampus im Westend bekanntgeworden sind, hat die Frankfurter Polizei nun mitgeteilt, dass sie nach zwei verschiedenen Tätern fahndet. Laut einer am Montag veröffentlichten Pressemitteilung geht das Polizeipräsidium davon aus, dass für die Angriffe auf Frauen im Bereich Siolistraße/Miquelallee ein anderer Täter verantwortlich ist, als für die sexuelle Belästigung, die sich Ende Januar auf dem Campus selbst abgespielt haben soll. Darauf deuteten unterschiedliche Täterbeschreibungen hin.

Laut Polizei kam es im Bereich Siolstraße zwischen dem 6. Oktober und dem 29. Dezember zu drei Angriffen auf Frauen. Im ersten Fall sei das Opfer vom Täter zu sexuellen Handlungen genötigt worden. In den beiden anderen Fällen konnten sich die Frauen erfolgreich zur Wehr setzen.

Alle drei Angriffe erfolgten gegen Mitternacht. Der Täter wird als 25 bis 35 Jahre alt, 1,65 bis 1,80 Meter groß, schlank und schwarzhaarig beschrieben. Er soll mit einer dunklen Kapuzenjacke bekleidet gewesen sein und Deutsch mit starkem Akzent gesprochen haben.

Anders gelagert ist der Fall, der sich am 26. Januar auf dem Theodor-W.-Adorno-Platz auf dem Universitätsgelände ereignet haben soll. Hier wurde eine 23-Jährige Studentin von einem unbekannten Mann von hinten an die Schulter gegriffen. Als sich umdrehte, sah sie, dass der Mann die Hose geöffnet hatte und onanierte. Bei der anschließenden Flucht stürzte das Opfer und zog sich eine schwere Verletzung zu.

Der Täter wird als etwa 40 bis 50 Jahre alt, 1,80 Meter groß und dicklich beschrieben. Bekleidet war er mit einer grauen Jogginghose, dunkler Jacke und dunklen Sportschuhen.

Ende voriger Woche berichteten mehrere Medien, darunter die FR, über ein Rundschreiben der Goethe-Universität an ihre Mitarbeiter und Studierende, in dem diese über „mehrere sexuelle Angriffe auf Studentinnen“, die sich in den vergangenen Wochen auf dem Campus Westend und seiner „unmittelbaren Umgebung“ ereignet haben.

Zunächst war von lediglich einem Täter die Rede, der für alle vier Übergriffe verantwortlich sei. Die Universität hatte in ihrem Rundschreiben verstärkte Sicherheitsmaßnahmen angekündigt und Mitarbeiterinnen und Studentinnen „vor allem in den Abend- und Nachtstunden“ zu besonderer Vorsicht gemahnt.

Ebenfalls am Montag fand ein Gespräch zwischen Vertretern des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta) und der Universitätsleitung statt. Darin soll die Universitätsleitung den Studierendenvertretern versichert haben, dass die Vorfälle publik gemacht wurden, sobald die Universität selbst davon erfahren habe.

„Das wirft für uns die Frage nach der Kommunikationsgeschwindigkeit der Polizei auf“, sagte Juri Ghofrani Azar vom Asta-Vorstand im Gespräch mit der FR. Das Polizeipräsidium erklärte auf Anfrage, es habe einen eventuellen Ermittlungserfolg nicht durch eine zu frühe Veröffentlichung gefährden und zudem „keine Panik“ verbreiten wollen. Asta-Vorstand Juri Ghofrani Azar fordert derweil, die Universität müsse Strukturen schaffen, die Betroffenen sexualisierter Übergriffe „schnelle und effiziente Hilfe“ ermöglichen.

Die Universitätsleitung hatte angekündigt, dass der Sicherheitsdienst nachts verstärkt auf dem Campus präsent sein werde. Zudem kann ab sofort telefonisch ein Begleitservice für das Universitätsgelände angefordert werden.

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