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Goethe-Universität Theater vermittelt Studierenden englischsprachige Kultur

Die Chaincourt Theatre Company in Frankfurt vermittelt seit Jahrzehnten Studierenden die englischsprachige Kultur.

Goethe-Universität
Tom Freischläger als John Karslake in der Komödie „The New York Idea“ von Langdon Mitchell. Foto: Rolf Oeser

„When the husband and wife splits, it’s the horses that suffer“ – das sagt die Pferdetrainerin von John Karslake, dessen Leidenschaft Pferderennen sind. Nach seiner Trennung von Cynthia schlittert John von einer Krise in die nächste – obwohl er nach außen hin versucht ist, seine kühle Fassade beizubehalten. Cynthia wiederum will sich nach dem Ende ihrer turbulenten Ehe standesgemäß mit einem Richter liieren.

In der Komödie „The New York Idea“ von Langdon Mitchell, die in der US-amerikanischen Oberschicht der 1920er Jahre spielt, geht es um die ehrwürdige Ehe und insbesondere die Fallstricke, die sich ergeben, wenn vermeintlich von Vernunft gesteuerte Heiratswillige auf ihre Exvermählten treffen und sich zu allem Überfluss auch noch ein französischer Adeliger auf Brautschau nach New York begibt.

Hauptdarstellerin Ida Miller (18 Jahre), die die impulsive Cynthia spielt, hat sich gleich in ihrem ersten Semester an der Frankfurter Goethe-Universität dazu entschieden, bei der traditionsreichen Chaincourt Theatre Company am Institut für England- und Amerikastudien einzusteigen.

Die Studentin genießt es, in ihrer zweiten Muttersprache Theater zu spielen. Überhaupt wird bei der Theatertruppe prinzipiell und ganz selbstverständlich auch abseits der Bühne Englisch gesprochen. Seit Oktober probt die Bachelorstudentin dreimal in der Woche. Hinzu kommt das Auswendiglernen, denn das Textbuch umfasst 85 Seiten, und Ida Miller hat fast in jeder Szene einen Auftritt. „Unser Regisseur hat eine klare Vision vom Stück, aber es ist toll, dass wir so viel Freiraum bei der Gestaltung unserer Rolle haben“, erzählt sie. Cynthias Exmann spielt der 28-jährige Lehramtsstudent Tom Freischläger, der unbedingt noch mal bei der Chaincourt Theatre Company mitmachen wollte, bevor das Studium um ist – nun ist er sogar schon zum zweiten Mal in einer Aufführung zu sehen.

Freischläger gefällt es, selbst zu schauspielern in einem Stück, „das genauso gut Teil eines Seminars zu Theaterstücken um die Jahrhundertwende hätte sein können“. Die beiden sind schon aufgeregt, wie viele Besucher sich die Premiere anschauen werden.

Der Kanadier James Fisk ist langjähriger künstlerischer Leiter der Truppe, bei der aktuell neben den 13 Darstellern 27 weitere Studenten eingebunden sind, die die Kostüme genäht und sich um Technik, Bühnenbild, Maske und Werbung gekümmert haben. Seit mehr als 60 Jahren führt die Gruppe pro Semester eine Produktion an der Universität auf – auf Initiative eines theaterbegeisterten Anglistik-Professors.
 Der ausgebildete Schauspieler, Regisseur und Theaterpädagoge James Fisk stand in seiner Heimatstadt Toronto, in Montreal und San Francisco auf der Bühne. In New York führte er dann Regie. „Ich wollte nie etwas anderes machen im Leben als Schauspiel“, sagt er.

Er liebt die intensive Zusammenarbeit mit interessanten Menschen, die es in solcher Form in keiner anderen Branche gebe. Für die Studierenden, insbesondere wenn sie später eine Fremdsprache unterrichten, sei die Theatergruppe wertvoll für die Weiterentwicklung. „Außerdem kommen Studierende hier miteinander in Kontakt. Dieser Austausch ist leider in den vergangenen Jahren ansonsten stark zurückgegangen“, sagt Fisk.

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