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Goethe-Universität Meditationsprogramm gegen Depression

Ein Forschungsprojekt der Goethe-Universität Frankfurt testet eine neue Therapie zur Behandlung chronischer Depression.

Goethe-Universität
Meditation fördert das Wohlbefinden. Foto: Imago

Die Depression gehört zu den häufigsten psychischen Störungen – die zudem häufig chronisch verläuft. Diese Menschen fühlen sich dann permanent niedergeschlagen, antriebslos, erschöpft und wertlos, hinzu kommen Schlaf- und Konzentrationsstörungen. Nicht immer lassen sich diese Symptome mit Medikamenten ausreichend lindern. Das Zentrum für Psychotherapie der Goethe-Universität Frankfurt untersucht deshalb in einem neuen Forschungsprojekt ab Februar 2018, ob Patienten mit einer chronischen Depression von einem Meditationsprogramm mit anschließender Einzeltherapie profitieren.

„Nach wie vor gibt es wenige Studien, die sich damit beschäftigt haben, welche Therapie diesen Menschen helfen kann“, sagt Ulrich Stangier, Inhaber des Lehrstuhls für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Goethe-Universität. „Wer dauerhaft unter Depression leidet, empfindet sehr oft ein intensives Gefühl der Ablehnung sich selbst und anderen Menschen gegenüber, und fühlt sich zugleich abgelehnt von Anderen.“ Eine positive Haltung aber könne man lernen. So fördere die aus dem Buddhismus stammende Metta-Meditation die Verbindung zu sich selbst und zu anderen. Eine solche Form der wohlwollenden Haltung könne über Meditationstechniken eingeübt werden, sagt Stangier.

Seine Arbeitsgruppe hat deshalb in Kooperation mit Stefan Hofmann vom Center for Anxiety Disorders der Boston University ein spezielles Behandlungsprogramm entwickelt, das die Meditationstechniken mit moderner Verhaltenstherapie kombiniert. Dieser Ansatz habe in Pilotstudien bereits „vielversprechende Ergebnisse“ erzielt. Nun soll er in dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt einer gründlichen Prüfung unterzogen werden. Unter anderem sollen dabei typische Mechanismen wie Grübeln und der „innere Kritiker“ überwunden werden. Die Behandlung umfasst ein achtwöchiges Gruppenmeditationsprogramm mit einer anschließenden achtwöchigen Einzeltherapie.   

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