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Goethe-Universität in Frankfurt Schlechtes Ergebnis für Goethe-Uni

Nur einer von acht Anträgen der Goethe-Universität in Frankfurt schafft es beim Exzellenzwettbewerb in die nächste Runde.

Studenten der Frankfurter Goethe-Uni
Studenten gehen auf dem Campus Westend der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt durch die glasumfasste Rotunde, die auch als cafe dient. (Symbolfoto) Foto: Frank Rumpenhorst (dpa)

Geschockt, bitter enttäuscht: So lässt sich die Stimmung an der Goethe-Universität zusammenfassen, nachdem  ein internationales Expertengremium eine Vorauswahl getroffen hatte, welche Hochschulen ihre Anträge für die Exzellenzstrategie weiter ausarbeiten dürfen.

Wider Erwarten schnitt die Frankfurter Uni schon in der Vorrunde schlecht ab: Nur ein Cluster mit der Uni Gießen und dem Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung erhält eine Chance auf Anschlussförderung. Im Zentrum des „Cardio-Pulmonary Institute“ steht dabei die Therapieentwicklung für Herz- und Lungenerkrankungen, die zu den weltweit häufigsten Todesursachen zählen.

Das Ergebnis wurde mit Spannung erwartet. Denn es steht viel auf dem Spiel: Jedes Cluster wird jährlich mit drei bis zehn Millionen Euro gefördert – und abhängig von der Anzahl der eingeworbenen Spitzenforschungsprojekte kann sich die Uni im Anschluss um den begehrten Titel Exzellenzuniversität bewerben, der wiederum eine Millionenförderung bringt.

Damit ist dieser Traum nun schon zum dritten Mal geplatzt: Da die Goethe-Uni, wenn es gut läuft, nur an einem Cluster beteiligt ist, darf sie sich nun nicht als Exzellenzuniversität bewerben. Von einem Spitzenplatz in der Forschungsförderung von Bund und Ländern mit vormals drei Exzellenzclustern droht sie nun ins untere Mittelfeld abzurutschen.

Wolff will analysieren

Die Uni Frankfurt hat sich dabei im Vorfeld mächtig ins Zeug gelegt und gemeinsam mit den Unis in Gießen und Mainz acht Skizzen bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingereicht. Doch das „enorme Engagement bei der Erarbeitung der Clusterprojekte“ sei leider nicht belohnt worden, sagt die Unipräsidentin Birgitta Wolff, die zugleich den Beteiligten dankte.

Zutiefst enttäuscht zeigte sich Wolff vom überraschend schlechten Abschneiden. „Warum wir die hervorragende wissenschaftliche Substanz der Goethe-Universität in diesem Wettbewerb nicht ausreichend zur Geltung bringen konnten, müssen wir jetzt untersuchen“, betonte die Präsidentin. Doch erst Mitte Oktober bekommt die Uni die Gutachten, die möglicherweise eine Erklärung für das magere Ergebnis liefern. Man wolle nun „genau und in aller Ruhe analysieren“, was die Ursachen waren.

Ein Schlag ist zudem, dass die bestehenden Cluster, die „Herausbildung normativer Ordnungen“ sowie die „Dynamik Makromolekularer Prozesse“, ab 2019 aus der Förderung herausfallen. Dass ein international angesehener wissenschaftlicher Leuchtturm wie „Normative Orders“ nicht auf Resonanz gestoßen sei, hat auch das Forscherteam geschockt. Zusammen mit dem Land Hessen überlegt die Unipräsidentin nun, wie die ausgeschiedenen Cluster dennoch weiterentwickelt werden könnten. „Minister Rhein hat uns bereits seine Unterstützung signalisiert.“

Dass immerhin in der Nachbarschaft von Frankfurt gute Wissenschaft gemacht werde, freut die Unipräsidentin. Sowohl die Uni Gießen als auch die TU Darmstadt konnten zwei Clusteranträge durchbringen.

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