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Goethe Universität in Frankfurt Asta protestiert gegen Korporierte

Die Studentenvertretung Asta protestiert gegen ein Treffen von Korporierten auf dem Gelände der Goethe Universität in Frankfurt.

Burschenschafter feiern auf der Wartburg in Eisenach (Archivbild). Foto: dpa

Eine Veranstaltung von Korporierten auf dem IG-Farben-Campus am Tag der Deutschen Einheit sorgt derzeit für Verstimmungen zwischen dem Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta) und dem Präsidium der Goethe Universität. Nach Angaben der Studierendenvertretung hatten sich am Montag rund „200 Burschenschafter“ aus dem gesamten Bundesgebiet auf Einladung der in Frankfurt ansässigen Studentenverbindung Alsatia zu einem Festakt anlässlich des Nationalfeiertags versammelt.

„Wir waren sehr überrascht“, erklärt Asta-Vorstand Valentin Fuchs von der Grünen-Hochschulgruppe. Der Asta habe erst im Nachhinein von dem Treffen erfahren. Bislang sei man davon ausgegangen, dass es in den universitären Gremien Konsens sei, keine universitäre Infrastruktur für burschenschaftliche Aktivitäten zur Verfügung zu stellen. Die Position des Studierendenausschusses indes steht fest: „Wir lehnen solche Veranstaltungen auf dem Campus mit Nachdruck ab.“

Bei den Organisatoren der Akademischen Feier, der Studentenverbindung Alsatia, handelt es sich um eine pflichtschlagende Verbindung, die jedoch im Gegensatz zu vielen offen rassistischen Studentenverbindungen, nicht nur Deutschen offensteht. Auch der vom Asta kritisierte Coburger Convent – dem die Alsatia ebenfalls angehört – hatte in der Vergangenheit versucht, sich gegen Rechtsextremisten abzugrenzen. An der Kritik, dass innerhalb des Korporationsverbandes ein reaktionäres, männerbündisches Weltbild und Militarismus propagiert werde, hatte dies nichts geändert. Die Turnerschaft Alsatia selbst war bis Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Die Universitätsleitung verweist derweil darauf, dass es sich bei dem Treffen nicht um eine Veranstaltung der Hochschule gehandelt habe. „Vielmehr hat die Studentenverbindung den Veranstaltungsraum – nach sorgfältiger Einzelfallprüfung durch die Universität – zu den für Externe üblichen Mietkonditionen genutzt“, erklärte Universitäts-Pressesprecher Olaf Kaltenborn auf FR-Anfrage. Aus Sicht der Universität habe es keinen rechtssicheren Grund gegeben, die ordnungsgemäße Anfrage der Alsatia abzulehnen.

Zu einem ähnlichen Urteil scheint auch der hessische Landtagspräsident Norbert Kartmann (CDU) gelangt zu sein. Er war beim Festakt am Montag als Redner aufgetreten. „Aus unserer Sicht gab es an der Veranstaltung nichts kritikwürdiges“, erklärt der Pressesprecher des Landtages Pascal Schnitzler.

Erklärung: In der vorangegangenen Textversion wurde der Coburger Convent fälschlicherweise als Kooperationsverband bezeichnet. Ebenso war von einer Veranstaltung von „Burschenschaftern“ die Rede. Tatsächlich gehören dem Coburger Convent nur Landsmannschaften und Turnerschaften an. Auch bei der Studentenverbindung Alsatia, die den Festakt ausrichtete, handelt es sich um eine Turnerschaft – nicht um eine Burschenschaft. Wir bitten, diese Fehler zu entschuldigen.

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