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Goethe-Universität Frankfurt Regelstudienzeit ist fern der Lebensrealität

Die Frankfurter Goethe-Universität publiziert eine Befragung. Danach arbeiten viele Studierende und brauchen so mehr Zeit für ihren Abschluss.

Goethe-Universität
Gebäude der Frankfurter Goethe-Universität. Foto: Christoph Boeckheler

Regelstudienzeiten scheinen immer weniger der Lebenswirklichkeit vieler Studierender an der Goethe-Universität zu entsprechen. Das ist zumindest das Ergebnis einer umfassenden, repräsentativen Befragung an der sich knapp 11 000 Studierende beteiligten, wie die Goethe-Uni am Freitag mitteilte. 

Zwei Drittel der Eingeschriebenen seien  neben dem Studium erwerbstätig, sieben Prozent leisten familiäre Fürsorgearbeit – mit teilweise gravierenden Folgen für das Studium: So schätzt fast die Hälfte der Studierenden, dass sie gegenüber der Regelstudienzeit in Verzug ist (45 Prozent). Als häufigster Grund hierfür werde Erwerbstätigkeit neben dem Studium (49 Prozent) genannt. 

32 Prozent fänden es belastend, die richtige Balance zwischen Studium und Erwerbsarbeit zu finden. Zur Sicherung ihres Lebensunterhalts müssen sie in einer teuren Stadt wie Frankfurt neben ihrem Studium durchschnittlich 13 Stunden pro Woche arbeiten. Das Ergebnis stelle in Frage, ob die Studienzeit noch ein sinnvoller Parameter für die Hochschulfinanzierung sei, eine Frage, die sich auch die Politik stellen sollte. Außerdem sollte man darüber nachdenken, ob es überhaupt noch sinnvoll sei, den Hochschulen Anreize zu setzten, die Studierenden zu einem schnellen Studium zu drängen, wenn das weder zu deren überwiegenden Lebenssituation passt noch der Schlüssel zu einem guten Studienerfolg zu sein scheint. 

Von der Regelstudienzeit abgesehen, sei der überwiegende Teil der Studierenden mit dem Studium zufrieden (87 Prozent). 90 Prozent würden die Goethe-Universität einem befreundeten Studieninteressierten weiterempfehlen. Fast 80 Prozent der Studierenden beurteilen Aufbau und Struktur ihres Studienfachs als „sehr gut“. 

Der Anteil von Studierenden mit Migrationshintergrund sei in der aktuellen Befragung deutlich höher als vor fünf Jahren, und sei so von 24 auf 32 Prozent gestiegen. Auch im bundesweiten Vergleich ist der Anteil von Studierenden mit Migrationshintergrund an der Goethe-Universität damit größer als an anderen Hochschulen. Die Studierenden nannten als Belastungsfaktoren vor allem Prüfungs-, Termin- und Zeitdruck sowie überfüllte Lehrveranstaltungen. „Insgesamt liefern die fachspezifischen Ergebnisse zur Studiensituation und Studienbedingungen unmittelbare Anhaltspunkte zur Weiterentwicklung der Studiengänge an der Goethe-Universität“, äußert sich Martin Lommel, Leiter der Abteilung Lehre und Qualitätssicherung. 

Der Gesamtbericht soll im Laufe des Sommers 2018 veröffentlicht werden. 

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