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Goethe-Universität Frankfurt Raus aus der Isolation beim Promovieren

Das Grade Centre Education an der Frankfurter Goethe-Uni will Nachwuchsforscher besser vernetzen. Es will Veranstaltungen, etwa Workshops zu speziellen Themen, organisieren, damit Doktoranden miteinander ins Gespräch kommen.

Sprecher Tim Engartner erinnert sich noch gut an seine einsame Zeit als Doktorand. Foto: Goethe-Uni

Die Frankfurter Goethe-Universität will Doktoranden und Postdoktoranden in der Bildungsforschung stärker vernetzen und unterstützen. Dafür hat die Uni ein neues Zentrum gegründet, das Grade Centre Education. In der vergangenen Woche haben sich die Verantwortlichen zur feierlichen Eröffnung im Bockenheimer Gästehaus der Uni getroffen. Das Grade Centre Education ist das neunte fachspezifische Zentrum der hauseigenen Graduierten-Akademie Grade, die vor allem die etwa 5 500 Promovierenden an der Goethe-Uni unterstützen soll.

An der größten hessischen Universität mit 47 000 Studierenden und 640 Professoren würden „nicht immer die zusammenfinden, die miteinander sprechen möchten“, sagte die Vizepräsidenten der Uni, Tanja Brühl, bei der Eröffnungsfeier. Durch die Zentren der Akademie erhielten sogenannte „early researchers“, Graduierte und Postdoktoranden, die „Möglichkeit, sich stärker auszutauschen und zu vernetzen.“

Ganz konkret heißt das: Die Akademie organisiert für die Nachwuchsforscher Veranstaltungen, etwa Workshops zu speziellen Themen oder sogenannte Social Events, beispielsweise ein gemeinsamer Besuch des Frankfurter Goethe-Hauses. Außerdem werden Grade-Mitglieder unterstützt, Arbeitsgruppen zu bilden. Auch finanziell: Bis zu 1000 Euro jährlich bekommen die Gruppen für Honorare eingeladener Referenten oder Materialkosten erstattet. Darüber hinaus gibt es individuelle Betreuungsangebote, etwa von Grade bezahlte Lektoren.

Tim Engartner, Sprecher des neuen Grade Centre Education, erinnerte sich bei der Eröffnungsfeier an seine Zeit als Doktorand: Für Korrekturarbeiten habe er damals Freunde bemühen müssen; ein Kolloquium habe es nur alle vier Wochen gegeben. „Keine guten Ausgangsbedingungen für eine Promotion“, so Engartner, „es war ein Stück weit wissenschaftliche Isolation“. Seit einem Jahr arbeitet er nun daran, diese Isolation für Promovierende mit Forschungsprojekten zu Bildung, Erziehung und Didaktik an der Goethe-Uni zu überwinden. Erste Veranstaltungen gab es für sie bereits im Wintersemester.

Jeder Woche neue Mitglieder

May Jehle hat an einer teilgenommen. Die 32-Jährige ist Doktorandin am Institut für Politikwissenschaft und vergleicht in ihrer Promotion historische Unterrichtsvideos. Im Dezember besuchte sie einen Workshop des Grade Centre Education zu Videoanalyseverfahren. Mit ihr waren es knapp 20 Teilnehmer, sagt sie. Gerade entstehe daraus eine Arbeitsgruppe. „Gemeinsam mit anderen Menschen zu arbeiten, die vor ähnlichen Fragen stehen“, der Austausch, das helfe ihr bei der Promotion, berichtet Jehle.

Finanziert wird das Grade Centre Education aus Mitteln der Goethe-Uni und Geldern des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Es ist Teil des Projekts „Lehrerbildung vernetzt entwickeln“ – und damit auch an die Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL) der Goethe-Uni angeschlossen.

Knapp 50 Mitglieder habe das neue Zentrum bereits, berichtet Matthias Herrle, Koordinator des neuen Grade-Centres. Jede Woche kämen neue dazu. Eine Mitgliedschaft ist für die Nachwuchsforscher kostenfrei.

Insgesamt habe die Grade-Akademie, die im Jahr 2010 das erste Center gründete, etwa 1500 Mitglieder, sagt Sybille Küster, Referentin für Geistes- und Sozialwissenschaften bei Grade. Mehr als 100 Workshops würden sie jährlich anbieten. Die Angebote von Grade, die Akademie überhaupt, sei allerdings noch nicht bei allen Promovierenden bekannt. Wie Sybille Küster berichtet, hätten einer Umfrage zufolge bisher nur etwas mehr als die Hälfte aller Doktoranden der Goethe-Uni von Grade gehört.

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