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Goethe-Universität Currypulver gegen Krebs und Demenz

Frankfurter untersuchen die Heilwirkung des gelben Gewürzes. In dem mit 1,5 Millionen geförderte Projekt soll unter anderem untersucht werden, wie der begehrte Wirkstoff in großen Mengen in den Körper gelangen kann.

27.12.2010 17:38
Astrid Ludwig
Die Beliebtheit von Currywurst könnte in Zukunft noch steigen. Foto: ddp

Zwei Forscher der Frankfurter Goethe-Universität sind einem Wirkstoff auf der Spur, der die Entstehung von Alzheimer verzögern und das Wachstum bösartiger Tumore verhindern könnte. Dabei handelt es sich um ein Mittel, das fast überall im heimischen Gewürzregal zu finden ist: Curcumin, aus der indischen Küche als Currypulver bekannt.

Curcumin gibt dem Essen nicht nur eine gelbliche Farbe. Es senkt auch den Cholesterinspiegel, hält den Alterungsprozess der Zellstrukturen durch Freie Radikale auf und wirkt gegen Entzündungen. Die tumor- und demenzhemmenden Eigenschaften des Gewürzes, das aus der Gelbwurz-Pflanze gewonnen wird, untersuchen der Pharmakologe, Gunter P. Eckert, und der Tumorbiologe, Jakob Weißenberger, von Goethe-Universität im Rahmen eines mit 1,5 Millionen Euro geförderten Verbundforschungsprojektes des Bundesministeriums für Forschung und Bildung. Die Frankfurter Forscher erhalten dafür rund 420.000 Euro.

Curcumin könnte vor Demenz schützen

Jakob Weißenberger ist Spezialist am Uniklinikum für maligne Gliome, bösartige Gehirntumore mit sehr schlechter Prognose. Er hat sich bereits seit längerem mit den Wirkungsmechanismen von Curcumin befasst. Gunter P. Eckert vom Pharmakologischen Institut für Naturwissenschaftler der Goethe-Uni untersucht, inwiefern sich durch den Inhaltsstoff im Currypulver altersbedingte Veränderungen von Gehirnzellen aufhalten lassen. „Da Alterungsprozesse die Entstehung von Alzheimer beschleunigen, schützt der Verzehr von curcuminhaltigen Lebensmitteln möglicherweise vor Demenz“, sagt Eckert. Erste Ergebnisse aus seinem Labor zeigen, dass Curcumin gezielt die Mitochondrien, die Kraftwerke der Zellen, schützt.

Beteiligt sind an dem Projekt, das von der Stuttgarter Universität Hohenheim koordiniert wird, neben den beiden Frankfurter Wissenschaftlern auch Forscher der Universitäten Jena und Kiel sowie fünf mittelständische Unternehmen aus der Nahrungsmittelindustrie. Wissenschaftler der anderen Universitäten untersuchen derzeit, ob die schützende Wirkung des Gewürzstoffes von der individuellen genetischen Ausstattung der Menschen abhängt und wie die „Fresszellen“ im Gehirn durch Curcumin aktiviert werden und so zur Beseitigung beschädigter Zellbestandteile beitragen können. Sie arbeiten zudem an Strategien, das Curcumin für den Körper besser verwertbar zu machen. Die Mengen, die durch die Nahrung aufgenommen werden, sind in der Regel zu klein, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Dafür müssen erst sogenannte Transportvehikel geschaffen werden.

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