Lade Inhalte...

Goethe-Uni in Frankfurt Geschenke für die Goethe-Universität

Zu ihrem 100. Jubiläum erforscht die Freundesvereinigung der Frankfurter Goethe-Universität ihre eigene Geschichte

Goethe-Uni in Frankfurt
Altes Gebäude, junge Menschen: die Goethe-Uni in Frankfurt. Foto: Christoph Boeckheler

Michael Maaser nennt sich „Herr über die Akten und Dokumente“. Zahlreiche davon hat der Archivar der Goethe-Universität durchgesehen, um die Geschichte der Freundesvereinigung der Universität nacherzählen zu können. Denn in diesem Jahr feiern die „Freunde und Förderer der Goethe-Universität“ ihr 100-jähriges Bestehen. Mit der Präsentation von Maasers Festschrift „Stifter werden Freunde“, startete der Verein am Donnerstag ins Jubiläumsjahr, dessen Höhepunkt ein Festakt am 18. Oktober sein wird. Bereits am 7. Februar steht ein Konzert des Universitätsorchesters an.

Freunde und Förderer hatte die Goethe-Universität von Anbeginn an. Schließlich wurde die Hochschule im Herbst 1914 von engagierten, vor allem jüdischen Unternehmern gegründet. Vier Jahre später riefen elf der Gründungsväter auch die Freundesvereinigung ins Leben – namentlich Albrecht Bethe, Berthold Freudenthal, Leo Gans, Ludwig Heilbrunn, Karl Herxheimer, Alfred Merton, Rudolf de Neufville, Henry Oswalt, Walther vom Rath, Heinrich Titze und Richard Wachsmuth.

Maasers durch historische Quellen belegte und bebilderte Chronik der Freundesvereinigung zeigt jedoch auch, dass der Verein sich seiner Gründungsgeschichte zum Trotz nicht der Gleichschaltung durch das nationalsozialistische Regime widersetzte. „Es ist eine banale Erkenntnis: Es gibt in Deutschland weder eine unbelastete Universität noch einen unbelasteten Verein im Dritten Reich“, stellt Maaser fest. So folgte auf den von den Nazis aufgrund seiner familiären Abstammung als Jude identifizierten Arthur von Weinberg im Jahr 1933 mit Erwin Selck ein strammer Nationalsozialist als Vorsitzender.

Erst 1950 nahm die Freundesvereinigung ihre Arbeit erneut auf und verfolge seither ihr „modernes Verständnis“ einer Brückenbaufunktion zwischen Verein und Universität einerseits sowie in die Stadtgesellschaft hinein andererseits, so Maaser. Es gehöre seither „zum guten Ton“, sich für die Freundesvereinigung zu engagieren und so Studierende, Forschende und die Goethe-Universität als solche bei ihren Vorhaben zu unterstützen.

Rund eine Million Euro schüttet der Verein zu diesem Zwecke jährlich aus, berichtet der aktuelle Vorsitzende Wilhelm Bender, früherer Vorstandschef des Flughafenbetreibers Fraport. Für den hochdotierten Paul-Ehrlich- und Ludwig-Darmstaedter-Preis ebenso wie für studentische Abschlussarbeiten oder Forschungsvorhaben. Im Jubiläumsjahr, so Bender, „wollen wir keine Geschenke haben, sondern die Universität beschenken“ - und dafür verstärkt Mittel einwerben. Mit diesen sollen dann unter anderem Stiftertafeln mit den Namen engagierter Freunde und Förderer an den verschiedenen Uni-Standorten angebracht werden – die erste hängt seit Donnerstag im Präsidiumsgebäude auf dem Campus Westend – und Gastprofessuren zum Thema Zukunft finanziert werden. Schließlich habe man sich für das Jubiläumsjahr das Motto „Wir fördern Zukunft seit 100 Jahren“ erkoren.

Ein letztes Geschenk hat der Bankier Michael Hauck der Freundesvereinigung vermacht: Er finanzierte die Festschrift, deren Präsentation er leider nicht mehr erlebte. Er sei in der Nacht zuvor im Alter von 90 Jahren gestorben, bedauerten Bender und Maaser.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen