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Frankfurter Zahnmedizin Uni übernimmt Carolinum

Goethe-Universität und Land Hessen wollen das Zahnärztliche Institut zukunftssicher machen.

Zahnmedizinstudenten üben im Simulationslabor. Foto: Michael Schick

Goethe-Universität und Land Hessen wollen das Zahnärztliche Institut zukunftssicher machen.

Für das Carolinum, das vor 125 Jahren von einer Stiftung gegründet wurde, gibt es jetzt eine „tragfähige Zukunftsperspektive“. Wie die Goethe-Universität mitteilte, wird das Zahnärztliche Institut künftig finanziell und organisatorisch von der Goethe-Universität beziehungsweise dem Fachbereich Medizin geführt. Bereits am 5. März wurde zu diesem Zweck eine gemeinnützige GmbH gegründet, die „Carolinum Zahnärztliche Universitätsinstitut gGmbH“. Möglich wurde die Lösung durch eine Vereinbarung, die alle Beteiligten nach „intensiven Verhandlungen“ unterzeichnet haben. Beteiligt waren Universität, das Land Hessen und die „Freiherr Carl von Rothschild’sche Stiftung Carolinum“.

Die Stiftung werde sich auch weiterhin gemäß ihrem Auftrag für die Frankfurter Zahnmedizin engagieren – allerdings nicht mehr als Trägerin, sondern als Förderin, kommentierte Alexander Heck vom Stiftungsvorstand den Wechsel. Universitätspräsident Werner Müller-Esterl machte aus seiner Erleichterung keinen Hehl. Er bedankte sich bei der Stiftung für ihr jahrzehntelanges Engagement für die Universität. Es sei jedoch „unübersehbar gewesen“, dass die heutigen Herausforderungen – ob „bauliche Aufgaben oder die erforderlichen Finanzmittel“ – ein neues Konzept erforderten.

Ende 2010 war bekanntgeworden, dass das Carolinum hohe Verluste schreibt. Das Defizit, das die Stiftung jährlich ausgleichen musste, habe bei 300000 Euro gelegen. Im Mai vergangenen Jahres machten Betriebsrat, Mitarbeiter und Studenten auf eine Reihe von Missständen aufmerksam: Das Institut sei nicht nur unterfinanziert, sondern auch überfüllt. Statt der vorgesehenen 88 Zahnmedizin-Studenten würden hier 150 Kommilitonen betreut. Das bedeute hoffnungslos überlastete Hörsäle und Qualitätseinbußen bei der Lehre. Räume, Technik und Ausstattung seien veraltet.

Der Name bleibt bestehen

Wie viel Geld das Land Hessen und die Universität nun in die Hand nehmen werden, um die Mängel zu beheben, ist nicht bekannt. In der Vergangenheit erhielt das Carolinum vom Land ein Budget von 6,6 Millionen Euro.

Die Universität und der Fachbereich seien sich ihrer jetzt „verstärkten Verantwortung bewusst“, erklärte der Dekan des Fachbereichs Medizin, Josef Pfeilschifter. Die Zahnmedizin sei ein „unverzichtbarer Bestandteil“ der medizinischen Lehre und Forschung an der Goethe-Universität. Nach Einschätzung der hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, sei es vor allem der gemeinsame Wille der Beteiligten gewesen, die Frankfurter Zahnmedizin „zukunftssicher“ zu machen, der zu einer Lösung geführt habe.

Der Name „Carolinum“ bleibt dem Institut erhalten. Er soll, so Unipräsident Müller-Esterl, an den Stiftungsgedanken erinnern.

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