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Frankfurter Universitätsklinikum Neue Medikamente gegen Krebs

Die Frankfurter Uniklink eröffnet eine José-Carreras-Ambulanz für molekulare Therapien. Der Name soll ein kleines Dankeschön sein für die vielen Millionen, die aus der Stiftung des Tenors geflossen sind.

Uniklinik Frankfurt
Die Studienambulanz für Krebspatienten trägt jetzt den Namen des berühmten Tenors. Foto: peter-juelich.com

Es soll ein kleines Dankeschön sein, mit dem das Frankfurter Universitätsklinikum am Freitag den weltberühmten Tenor José Carreras bedachte: Mit fast sechs Millionen Euro hat die deutsche José-Carreras-Stiftung die Krebsforschung und die Behandlung von Krebspatienten am Klinikum unterstützt und jetzt die dafür zentrale Studienambulanz nach ihm benannt. In Anwesenheit des Tenors, der selbst an Leukämie erkrankte und die Krankheit besiegen konnte, wurde ein Band am Eingang der Ambulanz zerschnitten, die nun „José Carreras Ambulanz für Molekulare Therapie“ heißt.

Bevor der Direktor der für die Onkologie zuständigen medizinischen Klinik II, Hubert Serve, den zahlreich erschienenen Gästen erläuterte, wie erfolgversprechend, aber auch wie kompliziert sich die Behandlung mit neu entwickelten Medikamenten gestaltet, schloss sich der ärztliche Direktor Jürgen Graf dem Ziel von Carreras an, dass es für jeden Leukämie-Patienten eine Heilung geben müsse.

Den Beginn der molekularen Therapie, die Schritt für Schritt die weit verbreitete Chemotherapie und ihre unerwünschten Nebenwirkungen ersetzen könnte, datierte Serve auf das Jahr 2000 zurück. Damals war es gelungen, ein Protein, das bei einer bestimmten Art von Leukämie, der chronischen myeloischen, für das bösartige Verhalten der Leukämiezellen verantwortlich ist, zu identifizieren und durch ein neues Medikament namens „Imatinib“ lahmzulegen. Die Patienten konnten ohne die Beeinträchtigung von Nebenwirkungen ein normales Leben führen.

„Nach diesem Erfolg war die Hoffnung groß“, so Serve, „dass wir solche Zauberwaffen für alle Leukämien und Krebserkrankungen entwickeln könnten.“ Schnell aber stellte sich heraus, dass die myeloische Leukämie einzigartig ist, weil es bei ihr nur eine einzige Mutation gibt. Bei allen anderen Krebsarten sei die Medizin mit einer Vielzahl von Mutationen konfrontiert, die wiederum auch von Patient zu Patient variieren könnten. Inzwischen stünden 600 verschiedene Substanzen zur Verfügung, um Mutationen zu bekämpfen. Die molekularen Mechanismen würden sich auch nicht an die üblichen Einteilungen wie Hautkrebs oder Brustkrebs halten. Ein Medikament könne sowohl bei Haut-, Brust-, Gebärmutter- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs helfen. In der Studienambulanz werden Forschungsergebnisse zeitnah in die Behandlung der Patienten integriert. Prodekan Thomas Klingebiel nannte die Carreras-Ambulanz ein „besonders gutes Zeichen für Forschung, die ganz nahe an den Patienten herankommt“.

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