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Frankfurt Vegi-Burger und Pizza ofenfrisch

Die Mensa der Frankfurter FH wurde für 1,5 Millionen Euro modernisiert. Der qualitative Sprung macht sich auch im Menü bemerkbar. Und im Zuspruch.

20.04.2011 22:54
Astrid Ludwig
Frisch serviert. Inklusive Lächeln. Foto: Andreas Arnold

Anna sitzt allein an einem der hinteren Tische. Gelassen schaut die Studentin der Betriebswirtschaftslehre dem Trubel zu, der sich vor der großen runden Glasfront gerade abspielt. Stehtische sind mit Stoff und Blumengestecken geschmückt, ein Rednerpult ist aufgebaut, Kellner offerieren Sekt und Selters. Die Mensa der Fachhochschule Frankfurt ist herausgeputzt wie selten. Nach neun Monaten Umbauzeit feiert das Studentenwerk Frankfurt am Mittwoch offiziell die Wiedereröffnung der Einrichtung auf dem Campus Kleiststraße.

Insgesamt 1,5 Millionen Euro haben Land, Bund und Studentenwerk in die Modernisierung gesteckt. Allein 1,2 Millionen hat die neue Technik gekostet. Das sind vor allem zeitgemäße und energiesparende Geräte. Die Veränderungen sind augenfällig. Wie an den Schaltern eines Flughafen-Terminals hängen Monitore über der Theke, wo das Essen ausgegeben werden. Putenbrust natur steht dort zu lesen, Pizza mit Schinken, vegetarischer Chiliburger und Fajita Pueblo. „Unser neues Essensleitsystem“, sagt stolz Katrin Wenzel, Sprecherin des Studentenwerkes. Künftig können FH-Studenten unter vier Gerichten wählen. Neu ist die hausgemachte Pizza aus dem Ofen. „Das ist derzeit der Renner“, sagt Wenzel. Auch Wok- und Grillgerichte gibt es, direkt vor den Augen der Hungrigen zubereitet.

Ort der Kommunikation

Die Wände in dem Raum der Essensausgabe leuchten currygelb und in der Mitte steht eine spanischrote, geschwungene Theke. Dort können sich Kommilitonen zig Beilagen selbst auf die Teller laden. Eine große Auswahl gibt es auch bei den Süßspeisen. Vorbei sind die Zeiten der Massenausgabe von Einheitsessen. Das Auge isst mit. In den Hochschul-Kantinen gehe es heute um „Frische, Vielfalt, Genuss“. Schon lange sei das Essen nicht mehr so schlecht wie ehemals sein Ruf, sagt Stefan Grob, stellvertretender Generalsekretär des Deutschen Studentenwerkes. Er nennt das den „visuellen Genuss“. Die renovierte Mensa der FH sei ein Schmuckstück unter den bundesdeutschen Einrichtungen der Organisation.

Für Konrad Zündorf, Geschäftsführer des Studentenwerkes Frankfurt, erfüllen die Mensen heute auch eine wichtige Kommunikations- und Aufenthaltsfunktion. „Wissen wird nicht mehr nur in Hörsälen vermittelt.“

Detlev Buchholz, Präsident der FH, bekennt, dass er selbst gerne in der Mensa essen geht und auch Gäste der Hochschule dorthin führt. Die Güte der Mensa ist für ihn einer der „weichen Faktoren bei der Wahrnehmung einer Hochschule“.

Der Umbau komme zur rechten Zeit. Bis zu 1500 Studenten können täglich verköstigt werden. Buchholz sieht die FH für den künftigen Ansturm an Studenten zumindest kulinarisch gewappnet. Derzeit studieren rund 10000 an der Fachhochschule, ab Herbst rechnet er mit den ersten Absolventen der doppelten Abiturjahrgänge aus Bayern, die die Hochschulen füllen werden.

Laut Ingmar Jung, Staatssekretär des hessischen Wissenschaftsministerium, will auch das Land die „weichen Faktoren“ fördern. Unter anderem mit dem Heureka-Bauprogramm. Es gehe heute nicht mehr nur um gute Bedingungen für die Wissenschaft, sondern auch darum, ob die Hochschule und ihre Randbedingungen wie etwa die Kinderbetreuung attraktiv seien. Daher soll auch das Kinderhaus auf dem Campus bald zu einer Kita ausgebaut werden, sagt er zu.

BWL-Studentin Anna jedenfalls ist zufrieden mit der neuen Mensa. „Das Essen ist gut und preiswert. Ich komme jeden Tag her“, lobt sie.

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