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Frankfurt Frankfurt profitiert von Erasmus-Programm

Eine Erfolgsgeschichte der Europäischen Union: Das Austauschprogramm Erasmus ermöglicht ein unkompliziertes Studium im Ausland.

Johann Wolfgang Goethe Universität
Rund 230 Erasmus-Studenten kommen pro Jahr an die Johann Wolfgang Goethe Universität. Foto: Christoph Boeckheler

Eigentlich habe er Spanien nie verlassen wollen, sagt Antonio Girela del Rio. Dass er es doch tat, erst für ein Auslandssemester nach Frankfurt kam und heute am Campus Riedberg der Goethe-Universität forscht, das habe er Erasmus zu verdanken, erzählt der junge Molekularbiologe am Donnerstag bei einer Feier zum 30-jährigen Bestehen des europäischen Hochschul-Austauschprogramms.

So wie Girela del Rio haben seit 1987 insgesamt 4,4 Millionen Studentinnen und Studenten mit Erasmus-Förderung im Ausland studiert. Im Schnitt kommen jährlich 230 Studierende als sogenannte „Incomings“ mit „ErasmusPlus“, wie es mittlerweile heißt, an die Goethe-Universität. Vor allem aus Italien, Frankreich und der Türkei. Umgekehrt ziehen rund 500 „Outgoing“-Studierende der Frankfurter Universität an Partnerhochschulen im europäischen Ausland, sagt Erasmus-Hochschulkoordinatorin Uta Brucker vom International Office. Die meisten gingen an Universitäten in Frankreich, Spanien und Großbritannien.

Die Uni-Vizepräsidentin für Internationalisierung, Brigitte Haar, bezeichnete in ihrer Festrede das Programm als „eine Erfolgsgeschichte der Europäischen Union. Erasmus bewegt Europa und regt zur Bewegung an“. Die Goethe-Universität sei „fast von Anfang an“ dabei gewesen. Es lasse sich aber nicht mehr genau rekonstruieren, ob bereits 1987 ein Austausch mit anderen europäischen Universitäten erfolgt sei, so Haar. Spätestens 1988 seien aber sowohl aus Frankfurt als auch nach Frankfurt die ersten Erasmus-Studierenden gezogen.

Damals habe die Goethe-Universität acht Partnerschaften mit Fachbereichen von sieben Universitäten in Frankreich, Spanien, Italien und Großbritannien unterhalten. Mittlerweile kooperiert die Frankfurter Uni laut Erasmus-Koordinatorin Brucker mit 521 Fachbereichen an 281 Universitäten.

Dass trotzdem nur etwa zehn Prozent der Goethe-Studierenden die Möglichkeiten des Erasmus-Programms nutzten, sei ausbaufähig, sagte Vizepräsidentin Haar. Auf dem Podium diskutierten Erasmus-Alumnus Girela del Rio, die Goethe-Uni-Studentin Dorothee Staudt, die einst nach Lissabon gegangen war, der Referent für Internationalisierung, Stephan Fuchs, und der Leiter der Europäischen Akademie Berlin, Eckart Stratenschulte, deshalb nicht nur über die Vorteile des Austauschs, sondern auch über Schwächen des Programms, das als „ErasmusPlus“ mittlerweile auch andere Auslandsaufenthalte, etwa von Auszubildenden ermöglicht. „Das Programm ist nicht inklusiv“, sagte Studentin Staudt mit Verweis auf die zu 40 Prozent selbst zu deckenden Kosten. Und Stratenschulte mahnte: „Vergessen wir nicht: Erasmus ist ein Elitenprojekt.“

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