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Frankfurt Auf ein heißes Jahr

Der neue Asta der Goethe-Uni propagiert die politische Kehrtwende und will Studenten intensiver informieren.

21.03.2011 18:44
Astrid Ludwig
Jessica Lütgens (links) und Claudia Tinaui. Foto: FR/Boeckheler

Claudia Tinaui trägt ihre Gesinnung um den Hals. Eine kleine schwarzbraune Schildkröte baumelt an einem dunklen Band. Ein Wappentier. Die 29-Jährige, die evangelische Theologie studiert, ist Mitglied der Studentengruppe „Die Schildkröten“. „Wir stehen für mehr Transparenz und mehr Information“, sagt Tinaui – also keineswegs Kopf rein und Schutzpanzer raus. Sie und Jessica Lütgens von der Grünen Hochschulgruppe sind die neuen Vorsitzenden des gerade gewählten Asta der Goethe-Universität.

Tinaui und Lütgens stehen für ein linkes Bündnis, das sich im Studentenparlament und Asta aus den Gruppen Demokratische Linke Liste, Schildkröten, LinkeListe, Pinguine, Sozialistisch-Demokratischer Studierendenverband, Grüner Hochschulgruppe und Fachschafteninitiative Demokratische Hochschule gebildet hat. Eine Koalition, die eine Kehrtwende in der studentischen Hochschulpolitik ankündigt – nach innen und außen, wie Lütgens betont. „Wir wollen nicht nur repräsentative leere Hüllen sein.“

Der Asta will sich künftig mehr engagieren, einmischen, mitreden, mehr informieren und auch mehr kritisieren. „Die Uni kann sich auf ein heißes Jahr einstellen“, so die 23-jährige Studentin der Erziehungswissenschaften.

Die Koalition sei sich einig. Das zeige sich auch daran, dass erstmals ein Asta-Vorstand schon in der konstituierenden Parlamentssitzung gewählt wurde. „Sonst hat das wesentlich länger gedauert“, so Tinaui und Lütgens. Die beiden sind zwar neue Asta-Vorsitzende, „wir wollen aber mehr auf Inhalte, denn auf Personen setzen“. Künftig sollen sich 25 Referenten mit Themen wie Hochschulpolitik, Campus-Kultur, Finanzen oder auch Verkehrspolitik befassen. „Wir hatten keine Probleme, Leute zu finden, die mitarbeiten wollen“, sagen sie. Eine Strukturreform nennen sie die neue Aufgabenverteilung.

Kritik am Wettbewerb

Unter dem vorherigen Asta sei die Bindung zu den Studenten verloren gegangen, so ihre Kritik. Das soll sich wieder ändern. Die Koalition setzt auf intensive Informationen, um Studenten wieder mehr zu interessieren und zu mobilisieren. Lütgens: „Wir haben bereits ein Papier mit unseren Zielen und Schwerpunkten erarbeitet.“ Das soll in den nächsten Tagen an alle Studenten und Angehörigen der Uni gehen. Die meisten Studenten wüssten zu wenig über den Umzug auf den Campus Westend, das immer noch fehlende Studierenden-Haus dort, die Folgen des Sparkurses des Landes und die zunehmende Ökonomisierung der Goethe-Universität.

Die verstärkte Profilbildung, das Modell der Stiftungs-Uni sowie der Leistungs- und Zeitdruck durch neue Bachelor- und Masterabschlüsse sind dem Asta-Team ein Dorn im Auge. Lütgens sieht im Studium auch eine Schule fürs Leben. „Es geht nicht nur um Wissen, sondern um Verstehen.“ Kritisches Hinterfragen komme zu kurz bei den neuen Abschlüssen. Da sie auf Magister studiert habe und nun auch auf Bachelor, könne sie Unterschiede benennen. Ausbauen will der neue Asta künftig nicht nur seine Beratung für Studenten. Auch in die Senatsarbeit wollen sich die Studenten „mit mehr Nachdruck“ einbringen.

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