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FR-Aktion mit Goethe-Universität Auftakt zur Bürgeruniversität im FR-Depot

Eigentlich ist es doch eine Selbstverständlichkeit. Klar, dass sich jede Gesellschaft zu jeder Zeit darüber zu verständigen hat, was gerecht ist. Und doch

19.08.2010 15:13
Matthias Arning
Die Gewerkschaften rufen immer wieder zu Gerechtigkeit auf. Nun wird im Wintersemester der GoetheUni 2010/11 darüber diskutiert. Foto: Sascha Rheker/attenzione

Eigentlich ist es doch eine Selbstverständlichkeit. Klar, dass sich jede Gesellschaft zu jeder Zeit darüber zu verständigen hat, was gerecht ist. Und doch hat der Berliner Zeithistoriker Paul Nolte beobachtet, dass die in der neuen Bundesrepublik zu Beginn des 21. Jahrhunderts erneut anhebende Debatte über die Gerechtigkeit eine ganz eigenwillige ist.

Nolte führt dafür zwei Gründe an: Erstens sei die Krise des hiesigen Wohlfahrtsstaates schärfer als in anderen europäischen Ländern, und zweitens richtet sich die Frage nach Jahrzehnten der Internationalisierung wieder vor allem auf den nationalen Raum. Über Beobachtungen wie diese dürfte zu reden sein. Gleich zu Beginn der nächsten Bürgeruniversität, die eine Veranstaltungsreihe der Goethe-Universität, des Exzellenzclusters Normative Ordnungen und der Frankfurter Rundschau im Depot Sachsenhausen an der Textorstraße ist.

Aktualität eines umkämpften Ideals

Vom 15. November an bemühen sich Philosophen, Rechtswissenschaftler, Umweltexperten, Publizisten und Politikwissenschaftler darum, die Dimensionen des Themas facettenreich zu erschließen. Gleich zu Beginn lotet Uni-Präsident Werner Müller-Esterl gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Stadtjugendrings, Jan Lamprecht, aus, was Gerechtigkeit heute eigentlich heißen soll. „Zur Aktualität eines umkämpften Ideals“ stellen sie Bezüge zur Gegenwart her, in der sich Lamprecht immer wieder mit dem Thema Kinderarmut konfrontiert sieht.

Was Gerechtigkeit meint, stellt der Philosoph Rainer Forst zwei Wochen später in dem Sachsenhäuser Forum der FR vor. Forst gehört zum Thema selbst wie bei Überlegungen zur Toleranz in der nach ihren Grundlagen suchenden Bürgergesellschaft sicherlich zu den besten Köpfen, die Frankfurt in diesem Bereich zu bieten hat.

Nach den die Theorie nicht vernachlässigenden Erwägungen von Forst steht am Montag drauf, 6. Dezember, die für hiesige Schulen wie Hochschulen bedeutende Frage im Mittelpunkt, was Bildungsgerechtigkeit sein soll. Dabei sollen Wissenschaftler mit Praktikern aus Schule und Politik ins Gespräch kommen. Insgesamt ist die Veranstaltungsreihe auf acht Runden angesetzt. Im Finale geht Kulturdezernent Felix Semmelroth mit Clémentine Deliss, der Direktorin des Museums der Weltkulturen, und dem Philosophen Christoph Menke der Frage nach, der sich die Stadtgesellschaft zu stellen hat: „Wem gehört die Stadt?“

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