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Beruf und Studium Theologie-Master in Frankfurt und Mainz

Die Universitäten Frankfurt und Mainz planen ein berufsbegleitendes Theologie-Studium. Sie reagieren damit auf den Wunsch von Menschen in der Lebensmitte, sich beruflich noch einmal neu zu orientieren.

11.01.2018 08:36
Studium und Beruf
Lutherdenkmal in Worms, geschaffen von Ernst Rietschel. Foto: Thomas Lohnes (epd)

Die Universitäten Mainz und Frankfurt planen die Einführung eines berufsbegleitenden Theologiestudiums. Akademisch gebildete Berufstätige sollten neben ihrer Arbeit ein Weiterbildungsstudium in Evangelischer Theologie absolvieren können, sagte der Mainzer Theologe Ruben Zimmermann. Die Hochschulen reagieren damit auf den Wunsch von immer mehr Menschen in der Lebensmitte, sich beruflich noch einmal neu zu orientieren – und stoßen auf großes Interesse bei Kirchen.

Die Hochschulen wollten das Pionierodell des Marburger Masterstudiengangs und die kommenden Rahmenrichtlinien des evangelisch-theologischen Fakultätentags und der Kirchenkonferenz aufnehmen, betonte Zimmermann. Der Studiengang werde die Berufserfahrung würdigen, sei aber „kein Theologie light“. Auf das Latinum als Voraussetzung werde verzichtet, aber Griechisch und Hebräisch müsse bezogen auf biblische Urtexte gelernt werden.

Die Vorbereitungen stünden noch am Anfang, sagte die Frankfurter Theologin Melanie Köhlmoos. Menschen im mittleren Lebensabschnitt bildeten ein interessantes Studierendenpotenzial neben Schulabgängern und Senioren. Sie brächten eigene Kompetenzen und Perspektiven ein. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ist als Geburtshelferin an der Entwicklung beteiligt. Für die Konzeption des Studiengangs werde sie ab 2018 eine Stelle finanzieren, sagte der Referent für Personalförderung und Hochschulwesen der EKHN, Holger Ludwig. Wenn möglich, solle der neue Studiengang abwechselnd mit Marburg starten, also etwa im Oktober 2020.

Die Kirche habe gute Erfahrungen mit spätberufenen Theologen gemacht, berichtete Ludwig. Bei den Prüfungen zum Abschluss des Vikariats habe sich kein Unterschied zwischen den jüngeren Absolventen des Vollzeitstudiums und den älteren des berufsbegleitenden Weiterbildungsstudiums gezeigt. Die Masterabsolventen fielen durch eine hohe innere Motivation und starkes Engagement auf.

Gegenwärtig gibt es nach Angaben der Evangelischen Kirche in Deutschland zwei Weiterbildungsstudiengänge mit einem Master in Evangelischer Theologie, seit 2007 in Marburg und seit 2013 in Heidelberg. Das Marburger Modell sieht für die Dauer von drei Jahren 100 Präsenztage vor, gegliedert in Blockwochen und Wochenenden.
In Heidelberg ist das Studium in Teilzeit oder Vollzeit integriert als Präsenzstudium in den normalen Studiengang.    (epd)

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