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Campus Bockenheim Café Koz muss schließen

Das Café Koz auf dem Campus Bockenheim hat Geldprobleme. Bis Ende des Jahres bleibt es geschlossen. Nun wird ein zukunftsfähiges Konzept benötigt.

Café Koz
Das Café Koz bleibt bis Jahresende geschlossen. Vorträge und Diskussionen sollen stattfinden. Foto: Peter Jülich

Wer am Dienstag und Mittwoch zu den gewohnten Öffnungszeiten ins Café Koz auf dem Campus Bockenheim wollte, stand vor verschlossener Türe. Das Café muss bis auf Weiteres geschlossen bleiben, weil das Geld fehlt. Auf Facebook informierte das Team seine Anhängerschaft. Demnach werden angekündigte Vorträge und Diskussionsveranstaltungen stattfinden, aber ohne Barbetrieb. Abendveranstaltungen und Barabende des Koz fallen hingegen aus. Voraussichtlich bis Ende des Jahres werde dieser Zustand anhalten.

Juri Ghofrani vom Vorstand des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta) der Goethe-Uni kennt die Situation des Café Koz. Dessen Räumlichkeiten gehören dem Asta, aber das Café arbeitet autonom, und der Ausschuss greift nicht in dessen Belange ein. „Aber bereits 2017 hatte das Koz den Haushalt stark überzogen“, sagt Ghofrani. Mehrere Zehntausend Euro betrug damals das Defizit. Deswegen wurde für 2018 eine Übereinkunft geschlossen, dass sich das Café in diesem Jahr an das Budget halten werde. Doch auch diesmal zeichnete sich ein Überschreiten der Budgetvorgaben ab – das Koz-Team zog die Notbremse und stellte den Betrieb bis Ende des Jahres ein, weil es aktuell nicht in der Lage sei, Ausgaben zu tätigen.

„Wir tragen Verantwortung dafür, dass das Geld der Studenten in viele verschiedene Projekte geht“, sagt Ghofrani. Der Asta bedauere die Schließung des Koz, weil auch er sich einen politischen und toleranten Ort an der Uni wünsche. Doch der Haushalt des Asta sei in diesem Jahr sowieso arg belastet, weshalb man das Minusgeschäft des Koz nicht einfach wegstecken könne. Garantiert seien auf alle Fälle die Gehälter der Café-Angestellten. „Niemand braucht Angst haben, dass er entlassen wird“, sagt Asta-Vorstandsmitglied Ghofrani.

Er wisse, dass es nicht leicht sei einen gastronomischen Betrieb zu führen, zumal das Koz nicht auf Wirtschaftlichkeit ausgelegt ist und auch in Zukunft nicht sein soll. Die Studentenschaft noch zusätzlich zu belasten, sei aber das Letzte, was der Asta im Sinn habe. Trotzdem müsse es nun eine Fehleranalyse geben, und ein Konzept für die kommenden Jahre entwickelt werden. „Es braucht einen soliden und realistischen Haushaltsplan.“ Das Café Koz nehme im Haushaltsplan des Astas einen riesigen Anteil ein und sei einer der größten Posten.

Asta-Vorstand spricht von Fehlkalkulationen

Bei den Überlegungen, wie es künftig weitergehen wird, liege ein Augenmerk darauf, wie man das Angebot und die Aktivitäten des Koz erhalten könne, ohne bei anderen Projekten im Haushalt Abstriche machen zu müssen. „Muss das Koz so viel kosten, um das zu sein, was es ist?“ Dies sei eine der Fragen, die es zu klären gelte, sagt Ghofrani.

Der Mann aus dem Asta-Vorstand erklärt, es gebe grundlegende strukturelle Probleme. Sicherlich seien auch Fehlkalkulationen gemacht worden. Man müsse nun über Aspekte wie die Getränkeauswahl und das DJ-Line-up sprechen. Ziel des Studierendenausschusses sei es, das Café Koz so schnell wie möglich wieder aufzumachen. „Das Koz wird als politischer Raum auf keinen Fall eingeschränkt“, verspricht Vorstandskollege Axel Nieslony.

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