Lade Inhalte...

Bus 43 Frankfurt Angst vor dem Bus

Busfahrer der Linie 43 in Frankfurt nutzen in der Wilhelmshöher Straße häufig den Bürgersteig, um Kurven zu umfahren. Das führt zu Konflikten mit Anwohnern, die sich auf dem Trottoir nicht mehr sicher fühlen.

Kalle Kröber ist besorgt: Der 43er Bus fahre oft über den Bordstein der Wilhelmshöher Straße. Foto: Andreas Arnold

Als er fast überfahren wurde, hat es Kalle Kröber gereicht. Fortan beobachtete er die Geschehnisse vor seinem Haus an der Wilhelmshöher Straße mit Argusaugen. Was ihn ärgert: Busse der Linie 43 nutzten häufig den Bürgersteig, um die langgezogene Kurve zwischen Seckbacher Blitzweg und Henry-und-Emma-Budge-Stiftung zu passieren. „Wenn die Reifen runterknallen, hört man einen dumpfen Schlag“, sagt der 64-Jährige. „Sogar das Haus zittert etwas.“

Von acht Bussen wichen zwei oder drei in den Morgenstunden auf das Trottoir aus, zählt Kröber auf. Zwei Busfahrer hat er daraufhin angesprochen. Kröber, der auch Vorsitzender der Interessengemeinschaft der Seckbacher Vereine ist, war ihnen bis zur Endhaltestelle Bergen-Ost nachgefahren.

„Die haben gesagt: ‚Wir haben die Anweisung, dass wir den Bürgersteig befahren dürfen‘", berichtet der Rentner und wundert sich. Das Problem tritt auch hundert Meter weiter an der Wilhelmshöher auf. Dort wohnt Hermann Fink. „Wenn ich abends am Tisch sitze, macht es bumms – da weiß ich, dass der Bus wieder übers Trottoir gefahren ist“, sagt der 77-Jährige. Seit einem Jahr beobachtet Fink die Busse intensiv. Seither habe er Angst, wenn er auf der Straße laufe – vor allem in Begleitung seiner achtjährigen Enkelin. „Ich muss immer gucken, dass kein Bus kommt.“

An diesem Montagvormittag befahren die Busse den Bürgersteig allerdings nicht. Vorführeffekt oder Absprache? Kalle Kröber mutmaßt, dass sich der Ärger unter den Busfahrern herumgesprochen habe. Darauf will er aber nicht vertrauen: „Das kriegen die nicht mit Reden hin.“

Die frustrierten Anwohner sprechen sich für Poller aus, die das Befahren des Bürgersteigs verhindern sollen. Um solche Poller setzen zu lassen, hat Hermann Fink sich bereits an die Stadt gewandt. „Doch die rühren sich nicht.“

Auch Kalle Kröber hatte keinen Erfolg. Er hatte sich an die Verkehrsgesellschaft Frankfurt gewandt. Die Behörde verwies ihn ans Beschwerdetelefon von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). „Man wird abgewiegelt“, sagt Kröber.

Betrieben wird die Linie 43 von der In-der-City-Bus GmbH (ICB). Damit beauftragt hat sie die städtische Nahverkehrsgesellschaft Traffiq. Deren Sprecher Klaus Linek teilt nach Rücksprache mit der ICB mit: „Die Busfahrer sind geschult und wissen, dass es das erste Gebot ist, niemanden zu gefährden.“ Keineswegs seien die Busfahrer angehalten, auf dem Bürgersteig zu fahren. Ganz im Gegenteil: „Sie sind angewiesen, das nicht zu tun.“

Linek will aber nicht ausschließen, dass die Fahrer sich manchmal nicht anders zu helfen wüssten, wenn sich zwei Busse oder ein Bus und ein LKW begegneten – vor allem, wenn im Bereich noch ungünstig geparkt werde. „Das ist aber nicht der Regelfall.“

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen