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Burschenschaften Empfang ohne Grüne

Die Römer-Fraktion der Ökopartei hält sich vom städtischen Empfang für die korporierten Studenten fern. man will nicht "Staffage" für den 10. Deutschen Akademikertag abgeben.

02.11.2010 19:32
Burschenschaftler. Foto: ddp

Olaf Cunitz spricht Klartext: „Wir werden nicht die Staffage sein für diese Gruppierung“, sagt der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Römer. Dem städtischen Empfang für den 10. Deutschen Akademikertag wollen die Grünen geschlossen fern bleiben.

Die Stadt will die Burschenschaften, die sich auf Einladung des Convents Deutscher Akademikerverbände (CDA) am Wochenende in Darmstadt und Frankfurt treffen, am Freitagnachmittag im Römer empfangen. Unter den Teilnehmern des Akademikertages sind auch Gruppen, die Verbindungen in die rechtsextreme Szene haben. Eine Organisation wie der CDA habe im Römer nichts zu suchen, teilen die Grünen mit. Dem Dachverband gehörten „auch Gliederungen wie die Gießener Burschenschaften Dresdensia Rugia an, die Kontakte zu Neonazis pflegt“.

Für eine Absage des Empfangs machen sich Fraktion und Kreisverband hingegen nicht stark. Im Kulturausschuss lehnten sie sogar einen Antrag der Ökolinx-Fraktion ab, den Teilnehmern des Akademikertages keine städtischen Räume zur Verfügung zu stellen. Zum einen hätte die Vorlage ohnehin erst nach der Veranstaltung das Stadtparlament passieren können, sagte Cunitz. Und zum anderen müssten auch die Grünen akzeptieren, „dass sich offenbar ein Teil der Stadt in den Aktivitäten von Burschenschaften wiederfindet“.

Demonstrationen geplant

Gut vorstellen kann sich Cunitz aber, an einer Demonstration gegen den Empfang teilzunehmen. Zu der ruft ein Bündnis auf, dem unter anderem die Autonome Antifa angehört. Das Motto der Proteste, die am Freitag um 15.30 Uhr vor dem Römer beginnen sollen, lautet: „Der Reaktion ins Bier spucken“. Für Samstag, 11 Uhr, ist auf der Europaallee (Kreuzung Den Haager Straße) eine weitere Kundgebung geplant.

Bei beiden Demonstrationen werde die Polizei „mit einer geeigneten Mannschaftsstärke präsent sein“, sagt Behördensprecher Jürgen Linker. Allzu wenig Beamte dürften das nicht sein. Womöglich müssen sie den Burschenschaftern den Weg in den Römer bahnen, weil Demonstranten vor dem Eingang stehen, so ein Szenario. In der Vergangenheit hatte es oft Zusammenstöße zwischen Antifa und Polizei gegeben. (geo)

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