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Sahra Wagenknecht in Frankfurt Linke geißelt soziale Ungleichheit

Sahra Wagenknecht wirbt in Frankfurt um enttäuschte SPD-Wähler. Das Spitzenteam der Partei spricht an der Hauptwache.

Wagenknecht
Sahra Wagenknecht macht Wahlkampf an der Hauptwache. Foto: Rolf Oeser

Für eine Umverteilung des Reichtums in Deutschland haben die Spitzenkandidaten der Linken zur Bundestagswahl am Freitagnachmittag auf der Frankfurter Hauptwache geworben. Fraktionschef Dietmar Bartsch geißelte vor mehr als 1000 Menschen die riesigen und zunehmenden Unterschiede zwischen Arm und Reich. Die 36 reichsten Deutschen hätten inzwischen ein so großes Vermögen wie die Hälfte der Bevölkerung, sagte er. Zugleich lebten viele Menschen in Armut. „In einem Land, in dem alte Menschen Flaschen sammeln müssen, kann man von Sozialstaat nicht reden“, rief er.

Fraktionschefin Sahra Wagenknecht, mit größerem Applaus empfangen als Bartsch, warnte vor einem „Weiter-so der sozialen Kälte“. Wenn Angela Merkel sage, Deutschland gehe es so gut wie nie zuvor, kenne sie die Lebensverhältnisse der Menschen nicht. „Diese Bundeskanzlerin gehört in Rente geschickt.“ Offen warb Wagenknecht in ihrer etwa 40-minütigen Rede um enttäuschte Wähler der Sozialdemokraten. Wer sich wünsche, dass die SPD zu ihren Wurzeln zurückfindet, müsse die Linke wählen. Nur ein starkes Ergebnis der Linken sei ein Weckruf für das Willy-Brandt-Haus, sagte sie.

Das gesamte Spitzenteam der Linken war an die Hauptwache gekommen. Außer Bartsch und Wagenknecht sprachen die Bundesvorsitzenden Bernd Riexinger und Katja Kipping, die Spitzenkandidaten der hessischen Linken und die Landtagsfraktionsvorsitzende Janine Wissler. Den Mindestlohn bezeichnete Wagenknecht in der derzeitigen Höhe von 8,84 Euro pro Stunde als demütigend, ja als eine Schande, die Leiharbeit nannte sie „moderne Sklaverei“.

Ausführlich warb die Spitzenkandidatin ihrer Partei für eine andere Steuerpolitik. Nicht Spitzeneinkommen von mehr als einer Million Euro im Jahr von diesem Betrag an mit einem Satz von 75 Prozent zu besteuern, sei unzumutbar, sagte sie; unzumutbar sei es vielmehr, wenn jemand mit 1400 Euro brutto im Monat 30 Prozent Steuern zahle. Eine andere Politik sei nur finanzierbar, wenn zudem die Vermögensteuer wieder eingeführt werde, sagte Wagenknecht. „Wer nicht den Mut hat, das Geld zu holen, wo es liegt, wird all die Wahlversprechen nicht halten können.“

Viel Applaus erhielt Wagenknecht für ihre Kritik an der steigenden Höhe von Rüstungsausgaben und an Waffenexporten. „Auch Krieg ist Terror“, rief sie.

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