Lade Inhalte...

Frankfurt Grüne wollen über Jamaika-Bündnis verhandeln

Die grünen Parteimitglieder in Frankfurt sehen zwar keine Schnittmengen mit der CDU, aber die Chance für eine andere Klimapolitik.

Blumen für die Direktkandidatin, eine Belobigung für die Grüne Jugend und ein Fußbad für besonders engagierte Wahlkämpfer: Die Frankfurter Grünen haben bei ihrer Wahlnachlese am Mittwochabend jede Menge Geschenke verteilt und sind betont nett miteinander umgegangen.

„Ihr habt einen tollen Wahlkampf gemacht“, rief Kreisvorsitzende Beatrix Baumann den etwa 80 Mitgliedern im Bürgerhaus Gallus zu. Fast alle waren überzeugt, dass sich die Arbeit gelohnt hat. Zwar wurde das Ziel, bundesweit drittstärkste Kraft zu werden, verfehlt. In Frankfurt aber mussten die Grünen bloß CDU und SPD den Vortritt lassen und holten 14,6 Prozent – nur etwas weniger als die 15 bis 18 Prozent, die der Kreisvorstand als Ziel ausgegeben hatte.

Die neuen Formate, die die Grünen im Wahlkampf eingeführt hatten, seien gut angenommen worden, so die allgemeine Einschätzung. Besonders der sogenannte Grüne Bereich kam offenbar gut an. An den Info-Ständen konnten Interessierte mit Parteiprominenz telefonieren.

Fast einhellig sprachen sich die Grünen dafür aus, über eine Jamaika-Koalition zu verhandeln. Zwar betonten alle Redner, dass die Gespräche sehr schwierig werden dürften. Insbesondere mit der CSU gebe es so gut wie keine Schnittmengen, sagte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig. Dennoch hätten die Grünen nun eine „einmalige Chance“. Sie könnten Regierungsverantwortung übernehmen und entscheidende Punkte in der Klimapolitik durchsetzen. „Wenn wir nicht in die Regierung gehen, läuft alles gegen uns“, sagte Heilig, die als mögliche Umweltministerin die frühere Frankfurter Dezernentin Manuela Rottmann ins Gespräch brachte.

So gut wie niemand im Bürgerhaus protestierte, als sich ein Redner nach dem anderen für Verhandlungen aussprach. Die Partei sei es ihren Wählerinnen und Wählern schuldig, „auf Augenhöhe über ein Bündnis zu sprechen“, sagte der Landtagsabgeordnete Marcus Bocklet, der der SPD wegen ihres Rückzugs in die Opposition „Fahnenflucht“ vorwarf.

OB-Wahl nicht vergessen

Er habe beim Gedanken an ein Jamaika-Bündnis zwar ein schlechtes Bauchgefühl, sagte der Vorsitzende der Grünen Jugend, Sebastian Durchholz. Die Alternative – Neuwahlen – sei aber wesentlich schlechter. Martin Ried, Fraktionschef der Grünen im Ortsbeirat 4 (Bornheim, Ostend), forderte, die Verhandlungen sofort zu beenden, sollten die Christdemokraten Themen der AfD in die Gespräche einbringen.

Die Direktkandidatin Jessica Purkhardt warnte davor, sich in den kommenden Wochen und Monaten nur auf die Koalitionsverhandlungen zu konzentrieren. Schließlich stünde im Februar die OB-Wahl mit Nargess Eskandari-Grünberg als Kandidatin an. Für die Abstimmung sei sie zuversichtlich, sagte die Landtagsabgeordnete Martina Feldmayer. Einen Amtsbonus von Peter Feldmann habe sie im Wahlkampf jedenfalls nicht feststellen können.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum