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Dienst an der Demokratie „Abends stehen Wähler Schlange“

Michaela Will ist Wahlvorsteherin in Hausen und erzählt von ihren Erfahrungen an Wahltagen.

Wahl
Frei, geheim, gleich: Diese Wahlprinzipien gelten hierzulande für alle Herrchen, Frauchen und sonstigen Leute. Foto: Michael Schick

Im Vorfeld der Bundestagswahl dominieren die Kandidaten die öffentliche Wahrnehmung. Spätestens am Wahltag können sie aber nur noch nervös zuschauen. Dann rücken die Personen im Hintergrund in den Fokus. Eine davon ist Michaela Will. Sie ist Wahlvorsteherin im Wahlbezirk 410-01, einem der drei Bezirke des Stadtteils Hausen. Die 55-Jährige ist seit ihrer Schulzeit als Wahlhelferin aktiv und ist auch Ortsvorsteherin des Ortsbeirats 7. Seit mehreren Jahren ist sie Wahlvorsteherin in ihrem Bezirk.

„Die Arbeit als Wahlvorsteherin beginnt schon vor dem Wahlsonntag“, sagt Will. Im Vorfeld gibt es eine Schulung, wo der Ablauf des Tages nochmals erklärt wird und berichtet wird, was sich seit der letzten Wahl verändert hat. Am Samstag vor dem 24. September erhalten die Wahlvorsteher einen Koffer mit den Wahlunterlagen – darunter die Stimmzettel und Wählerverzeichnisse.

Am Wahlsonntag beginnt der Arbeitstag für Will und ihr Team um 7.30 Uhr. In der Kerschensteiner-Schule hat jeder Wahlbezirk einen Raum, in dem gewählt wird. In der Regel hat der Hausmeister schon Tische und Wahlkabinen vorbereitet. Die Wahlhelfer bestehen neben dem Vorsteher aus einem stellvertretenden Wahlvorsteher, dem Schriftführer, dem stellvertretenden Schriftführer und drei bis fünf Beisitzern. Während Vorsteher, Schriftführer und deren Stellvertreter von der Stadt gestellt werden, sind die Beisitzer in der Regel freiwillige Helfer, oftmals von Parteien, aber durchaus auch ohne politischen Hintergrund.

Wenn die Vorbereitungen im Wahllokal abgeschlossen sind, können die Wähler ab acht Uhr an die Urnen. „Manchmal sind dann schon Leute da“, erzählt die 55-Jährige. Oftmals seien es Menschen, die noch einen Tagesausflug vor sich haben. Aber auch die Gottesdienste beeinflussen die Wählerschaft. „Vor und nach der Kirche merkt man dann einen richtigen Run auf die Urnen.“ Die meisten Wähler haben feste Zeiten, wann sie das Wahllokal aufsuchen. Im Laufe der Zeit hat Will gelernt, wann sie mit wem rechnen kann. „Man kommt mit den Leuten ins Gespräch und sie selbst treffen dann ihre Nachbarn und erzählen noch eine Weile“, berichtet die Vorsteherin. Gerade diese Gemeinschaft macht für Will den Grund aus, dass sie sich als Wahlhelferin engagiert. Bereits ihr Vater war in der Kommunalpolitik aktiv, sie half auch deswegen schon in der Schulzeit bei den Wahlen mit. Auch ihre beiden Kinder waren schon als Wahlhelfer aktiv.

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