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Bundestagswahl in Frankfurt Mit Plakaten vor die Autos hüpfen

Bundestagswahl in Frankfurt: Die Parteien betreiben den Wahlkampf bis zum letzten Moment – auch mit ungewöhnlichen Mitteln.

Wahlkabinen
Am Sonntag ist es soweit: Bundestagswahl! Foto: Michael Schick

Wahlkampf bis zur letzten Minute: Noch nie bei einer Bundestagswahl wurde in Frankfurt so lange um die Stimmen gerungen. Am heutigen Samstag werfen die Parteien noch einmal alles in die Waagschale. Hunderte von Helfern sind unterwegs, an Dutzenden von Infoständen wird geworben und diskutiert. Vor dem Bäcker morgens wird man den Wahlkämpfern genauso begegnen wie nachts in den Kneipen. Das alles trägt der Tatsache Rechnung, dass die Menschen sich bei dieser Bundestagswahl so spät wie nie entscheiden. Auch 24 Stunden vor der Öffnung der Wahllokale am Sonntagmorgen um 8 Uhr gibt es noch viele Unentschlossene.

Die CDU baut ihren zentralen Infostand in der Freßgass auf und ist ansonsten vom Gallus bis Unterliederbach, von Bornheim bis Höchst präsent. Wer will, kann zum Beispiel den Bundestagsabgeordneten Matthias Zimmer um 12 Uhr vor dem Rewe-Markt Mainzer Landstraße 330 treffen, um 15 Uhr auf der Michaeliskerb in Unterliederbach und schon um 16 Uhr auf der Freßgass.

Die Sozialdemokraten bieten im Endspurt ihren hessischen Landesvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel auf, der am heutigen Samstag von 13 bis 15 Uhr im Straßenwahlkampf in der Innenstadt unterwegs ist. Die SPD greift sogar zu „Guerilla-Aktionen“: Wenn Autos in der City vor roten Ampeln zum Stehen kommen, werden Wahlkämpfer mit Transparenten auf die Straße eilen. Oder aber sie sprayen mit vorgefertigten Schablonen Parolen an die Hauswände.

Bei den Grünen ist am heutigen Samstag noch einmal Spitzenkandidat Cem Özdemir im Einsatz – von 10 Uhr an im Straßenwahlkampf auf dem Liebfrauenberg. Auf den Straßen und in den Fußgängerzonen sind heute auch OB-Kandidatin Nargess Eskandari-Grünberg und Gesundheitsdezernt Stefan Majer unterwegs. Am Sonntag versuchen die grünen Wahlkämpfer in ihrer Frankfurter Hochburg, dem Nordend, die Menschen zu mobilisieren. Dort gehen die frühere Bürgermeisterin Jutta Ebeling sowie der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Strengmann-Kuhn auf die Straße.

Die Linken starten am heutigen Samstag ab 15.30 Uhr einen Fahrradkorso „für Frieden und soziale Gerechtigkeit“ durch die Innenstadt, Treffpunkt ist vor dem Conrads. Wer mit der FDP diskutieren möchte, kann das heute von 11 bis 15 Uhr am zentralen Infostand auf der Hauptwache.

 Schon 24 Stunden vor Öffnung der Wahllokale lässt sich ein Rekord festhalten. Noch nie bei einer Bundestagswahl haben so viele Menschen in Frankfurt von der Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch gemacht. Das städtische Bürgeramt, Statistik und Wahlen meldete am Freitag, dass 100 493 Personen Briefwahl-Unterlagen angefordert haben. Da es 424 500 Wahlberechtigte in der Stadt gibt, war das fast jeder Vierte. Noch bei der Bundestagswahl 2013 hatte es lediglich 83 404 an der Briefwahl Interessierte gegeben.

Auch die Rücklaufquote ist hoch, also die Zahl derer, die tatsächlich per Briefwahl ihre Stimme abgegeben haben. Am Freitag waren es in Frankfurt 87 723. Wer jetzt noch seinen Wahlbrief rechtzeitig zur Auszählung am Sonntag bei der Stadt abliefern möchte, sollte ihn auf keinen Fall mehr der Post anvertrauen. Das Wahlamt rät, die Wahlbriefe persönlich bei der Stadt in den Briefkasten zu werfen, entweder beim Wahlamt, Zeil 3, oder bei der Verwaltungsstelle Höchst, Dalbergstraße 14.

Die Fachleute im Wahlamt sind vorsichtig bei der Frage, ob sich aus dem hohen Interesse an der Briefwahl auch eine hohe Mobilisierung bei der Bundestagswahl ablesen lässt. Beim Wahlgang 2013 hatten in Hessens größter Stadt lediglich 70,7 Prozent der Wahlberechtigten tatsächlich ihre Stimme abgegeben. Dieser Wert lag deutlich unter dem hessischen Durchschnitt von 73,2 Prozent.

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