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Bundespolizei-Inspektion Frankfurt Bundespolizei rüstet auf

Die Bundespolizei will Bahnhöfe und Zugfahrten im Rhein-Main-Gebiet sicherer machen. Deshalb bekommt die Inspektion Frankfurt mehr Beamte und Kameras.

Bundespolizei in Frankfurt
Bundespolizisten bei einem Übungseinsatz im Frankfurter Hauptbahnhof. Foto: Peter Jülich

Die Bundespolizei will Bahnhöfe und Zugfahrten im Rhein-Main-Gebiet sicherer machen. So sollen zukünftig im Bereich der Bundespolizeidirektion Frankfurt häufiger Bundespolizisten in den Zügen unterwegs sein. Möglich wird dies, weil die Inspektion mehr Personal erhält. „Das wird zu einem deutlich spürbaren Sicherheitsgewinn führen“, verspricht der neue Leiter der Bundespolizeiinspektion Frankfurt, Rocco Stein.

Bereits bei seiner offiziellen Amtseinführung am vergangenen Montag hatte Stein angekündigt, von März an 36 Beamte mehr zur Verfügung zu haben. Doch dabei werde es nicht bleiben. Bis 2020 soll die Zahl der Beamten im dreistelligen Bereich wachsen, sagte er im Gespräch mit der FR. Von jetzt 300 also auf mehr als 400. Hintergrund ist eine bundesweite Aufstockung bei der Bundespolizei um mehr als 12 000 Beamte.

In welchen Zügen die Präsenz erhöht werden soll, wollte Stein noch nicht konkret sagen, schloss aber das Gießkannenprinzip aus. Es bringe nichts, nach dem Zufallsprinzip Bundespolizisten mal ein paar Stationen mitfahren zu lassen. „Wir werden uns auf die Züge konzentrieren, in denen wir ein bestimmtes Lagebild haben.“ Dabei geht es um Auffälligkeiten in den Bereichen Trickdiebstahl, unerlaubte Einreise und vor allem Gewalt. „Wir erleben eine besorgniserregende Gewaltbereitschaft“, sagte Stein. Die Gewalt nehme meist dann zu, wenn Alkohol im Spiel sei. Auffälligkeiten gebe es bei den An- und Abreisen zu großen Veranstaltungen, Fußballspielen und beim „Discoreiseverkehr an Wochenenden“. Von Januar bis Oktober dieses Jahres seien im Bereich der Bundespolizeiinspektion Frankfurt 738 Gewaltdelikte registriert worden. Zwar seien es im gleichen Zeitraum des vorigen Jahres 877 Delikte gewesen, Stein sprach aber von einem immer noch „nicht zufriedenstellenden Niveau“. 

Waffenverbotszone an Silvester

Ein weiterer Katalysator für Gewaltdelikte sei der Einsatz von Waffen. Die würde Stein aus den Zügen und Bahnhöfen gerne raushaben. Als konkrete Maßnahmen kündigte der 51-Jährige daher an, für Silvester eine Allgemeinverfügung zu erlassen, die das Mitführen von Waffen untersagt. So werde es am 31. Dezember unter Androhung eines Zwangsgeldes untersagt, am Hauptbahnhof und in den Stationen Taunusanlage, Hauptwache und Konstablerwache Waffen mit sich zu führen.

„Wir wollen eine friedliche Silvesterfeier“, betonte Stein, der das Waffenverbot für ein sehr wirksames Mittel hält, die Sicherheit zu erhöhen. Anders als bei den Waffenverboten am Hauptbahnhof während der WM-Spiele im Sommer, werde Pyrotechnik an Silvester aber ausgenommen, versprach Stein. Einen weiteren Baustein für mehr Sicherheit sieht Stein in der Ausweitung der Kameraüberwachung. So soll die Zahl der Kameras am Frankfurter Hauptbahnhof im kommenden Jahr von derzeit 88 auf rund 200 erhöht werden. Vor allem an Kriminalitätsschwerpunkten im Bahnhof werde dann gefilmt. Im gesamten Bereich der Inspektion Frankfurt soll es statt bisher 166 bis zu 700 Kameras geben. Videoüberwacht werden sollen etwa Bahnhöfe wie in Niederrad und am Stadion. 

Während die Kameras auf den Bahnhöfen auf Wunsch der Bundespolizei von der Deutschen Bahn finanziert und angeschafft werden, will sich die Bundespolizei auch selbst ausrüsten und zukünftig auf Bodycams setzen. Mit diesen Kleinkameras auf den Schultern der Beamten, abe die hessische Landespolizei gute Erfahrungen gemacht.

Zurückhaltend gab sich der neue Frankfurter Inspektionsleiter im Hinblick auf die zukünftige Zusammenarbeit mit der Landespolizei bei der Bekämpfung der Kriminalität in der B-Ebene des Hauptbahnhofs. Stein wehrte sich aber gegen den Vorwurf, die Bundespolizei lasse die Landespolizei dort bislang alleine. In den ersten elf Monaten dieses Jahres habe die Bundespolizei 83 Fahndungs- und Präsenzeinsätze in der B-Ebene gehabt und damit fünf mehr als im Vergleichszeitraum 2017. Mit der Ankunft der neuen Beamten werde die Zahl der präventiven Einsätze in der B-Ebene sicherlich noch höher liegen, kündigte Stein an. 

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