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Bürostadt Niederrad Grüner, urbaner, lebendiger

Verein stellt Freiraumkonzept für die Bürostadt vor. Ideen sollen helfen, Barrieren im Stadtbild abbauen.

07.11.2016 19:04
Jöran Harders
Solitärbauten prägen das Bild der Bürostadt. Foto: Rolf Oeser

Niederrad ist einzigartig“, sagt Detlef Hans Franke. Laut Geschäftsführer der Standort-Initiative Neues Niederrad (SINN) erinnert der Stadtteil mit seinen Solitärbauten und seiner campusartigen Struktur eher an amerikanische als an deutsche Städte.

Dieser Ist-Zustand habe zwar einige Nachteile, biete aber vor allem ein großes Potenzial, um das Viertel in Zukunft positiv zu entwickeln. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Frankfurter Architektur- und Stadtplanungsbüros Raumwerk, die die Standort-Initiative in Auftrag gegeben hat.

Im Verein haben sich 17 Unternehmen und Institutionen zusammengeschlossen, die den Wandel der Bürostadt zum Wohn- und Geschäftsviertel begleiten und mit Leben erfüllen möchten. Ein großer Mangel der Bürostadt sei, dass durch Straßen und die Trasse der Straßenbahn Barrieren aufgebaut worden seien, die die Fortbewegung von Fußgängern und Radfahrern erschweren, erläutert Stadtplanerin Sonja Moers, die an der Studie mitgearbeitet hat.

Ergebnis der Studie ist ein Freiraumkonzept, mit dem unter anderem die Wirkung solcher Barrieren abgemildert werden soll. So könnte beispielsweise die Straßenbahn in einem mit Rasen begrünten Gleisbett fahren. Die Lyoner Straße könnte zu einem „kleinen Boulevard“ werden – mit breiteren Bürgersteigen, Radwegen, schmaleren Fahrbahnen für die Autos, Baumreihen und so genannten „grünen Adressen“. Was man sich darunter vorzustellen hat, erklärt Sonja Moers so: „Die Grundstückseigentümer könnten an den Straßen als Kontaktzone zum öffentlichen Raum einladende Bereiche vor ihren Gebäuden schaffen, Cafés, Kioske und Bänke würden die Aufenthaltsqualität erhöhen.“

Detlef Hans Franke wünscht sich rund um die Bürostadt einen Rundweg, der sich in den vom Bebauungsplan vorgegebenen Rahmen einfügt. Der Weg soll von Fußgängern, Radfahrern und Skatern genutzt werden und Teil eines „grünen Rahmens“ sein.

Mit dem Freiraumkonzept will die SINN den Bebauungsplan 872 „Lyoner Straße“ mit Leben füllen, der vorsieht, dass im westlichen und südlichen Teil der Bürostadt etwa 1800 Wohnungen für rund 3600 Menschen gebaut werden. In der gesamten Bürostadt sollen nach der Planung der Stadt rund 3000 Wohneinheiten entstehen, gegebenenfalls sogar deutlich mehr.

„Unsere Studie ist als Diskussionsgrundlage gedacht“, sagt Franke. Denn noch gebe es für die Bürostadt kein detailliertes Entwicklungskonzept. Ebenfalls fehle noch ein Verkehrskonzept für das Quartier. „Wenn einige Tausend neue Bewohner in die ehemalige Bürostadt ziehen, wollen die auch mobil sein. Ganz egal, wie diese Mobilität im Einzelnen aussehen wird, werden wir uns auf zusätzliche Autos einstellen müssen und überlegen, wo die hinsollen“, sagt Franke. Jetzt möchte der SINN-Geschäftsführer mit Grundstückseigentümern, Vertretern der Stadt und der Öffentlichkeit ins Gespräch kommen und gemeinsam Ideen für die Zukunft des Viertels entwickeln.

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