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Bürgerinitiative Riederwald „Keine Beruhigung im Stadtteil“

Für Rainer Frey von der BI Riederwald ergeben sich nach der Veranstaltung mit Verkehrsminister Tarek-Al Wazir zum Riederwald-Tunnel noch zahlreiche Fragen.

Demo gegen Riederwald-Tunnel
Der Bau des Riederwald-Tunnels verzögert sich schon seit Jahren - die Anwohner sind genervt. Foto: Rolf Oeser

Tag eins der Info-Veranstaltung von Hessen Mobil zum Riederwaldtunnel endet am Mittwoch um 23.15 Uhr. Rainer Frey, der Sprecher der Bürgerinitiative (BI) Riederwald, ist ein Stück weit enttäuscht.

Herr Frey, welchen Eindruck hat die Veranstaltung bei Ihnen hinterlassen?
Hessen Mobil hat uns die Inhalte nicht vorher mitgeteilt. Deshalb war es schwer, adäquate Fragen zu entwickeln. Die Lösungen, die nun präsent wurden, haben mich zum Teil erschrocken.

Inwiefern?
Im Riederwald, auf der Straße Am Erlenbruch, geht der Verkehr im Jahr 2030 mit Tunnel nur um ein Drittel zurück. Nicht um zwei Drittel, wie es die letzte Prognose vorausgesagt hat. Das heißt, wir haben weiterhin eine sehr stark ausgelastete Hauptstraße.

Wie beurteilen Sie die neue Prognose der Entwicklung des Verkehrs im Jahr 2030 im Frankfurter Osten?
Es gibt keine wirkliche Beruhigung im Stadtteil. Hessen Mobil hat eingeräumt, dass die Autobahn A661 auf Höhe des neuen Autobahndreiecks Erlenbruch nur die Qualitätsstufe „ausreichend“ erreicht. Eine Autobahn zu bauen, die 2030 gerade mal ausreichend ist, und 2040 dann mangelhaft, falls die Einwohnerzahl Frankfurts weiter steigt und der Verkehr zunimmt – das ist schon heftig. Dann haben wir den Stau definitiv.

Auf den Autobahnen A66 und A661 wird der Verkehr laut Prognose bis 2030 massiv zunehmen. Allein durch den Tunnel fahren mehr als 100 000 Fahrzeuge am Tag, die dort vorher nicht fuhren.
Falls es zu einem Unfall auf der A5 kommt, wird der Verkehr über die A66 und A661 umgeleitet und führt zu einem Stau im Riederwald. Dafür ist der Tunnel, der keine Filter hat, gar nicht ausgelegt. Das finde ich beängstigend. Es ist für mich immer noch ein Unterschied, ob sich der Verkehr auf einer Autobahn vor der Stadt oder in einem Stadtteil staut.

Was fordert die BI Riederwald in dem offenen Brief, den Sie an Verkehrsminister Tarek-Al Wazir (Grüne) übergeben haben?
Wir fordern die Einhausung und ein besseres Lärmschutzkonzept. Der Lärmschutz, der heute vorgestellt wurde, ist nicht neu. Er stammt aus dem Jahr 2010. Die Wälle und Wände haben noch genau die gleichen Höhen. Das hat Hessen Mobil in ihrem Vortrag meiner Ansicht nach nicht klargemacht. Hessen Mobil hat weder überlegt, den Tunnel zu verlängern, noch die Autobahnen einzuhausen. Mein Eindruck war leider auch, dass Verkehrsminister Al-Wazir zwar immer sehr schnell mit logischen Erklärungen zur Stelle war, aber, dass er die Ängste, die es in der Bevölkerung gibt, teilweise nicht gesehen hat.

Was sollte Hessen Mobil während der sieben Jahre dauernden Bauzeit für den Tunnel beachten?
Der Lärm ist für uns das Hauptthema. Zum Thema Schadstoffe wollen wir uns am zweiten Tag der Veranstaltung näher informieren. Die Grundschüler der Pestalozzischule müssen in Ruhe lernen können. Die Rammung der Spundwände für den Tunnel soll neun Monate dauern. In dieser Zeit wird es so laut, dass es mit der Konzentration unmöglich wird. Al-Wazir hätte bei uns Punkte sammeln können, indem er zusagt, dass ein Krisenstab eingreifen wird, falls es beim Lärm zu Überschreitungen der Grenzwerte kommt. Da sind wir ein Stück weit enttäuscht. Aber wir bleiben am Thema dran.

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