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Bürgerdialog in Frankfurt „Frieden beginnt in jedem Stadtteil“

Die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung will „Frankfurter Ideen für den Frieden“ sammeln. Friedensforscherin Nicole Deitelhoff erläutert im FR-Interview, worum es dabei genau geht.

Stadtbücherei in Frankfurt
Mit Ideen für den Frieden wird der Weihnachtsbaum in der Stadtbücherei geschmückt. Foto: hsfk

Am Samstag will die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung in einem Bürgerdialog in der Stadtbücherei „Frankfurter Ideen für den Frieden“ sammeln. Die Leiterin des Instituts hofft auf viele Vorschläge.

Frau Deitelhoff, am kommenden Samstag wollen Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen mit Frankfurter Bürgern über Frieden reden. Ein sehr weit gefasstes Thema, oder?
Frieden ist ein großes Thema. Aber das heißt ja nicht, dass nicht jeder persönlich auch Ideen zum Frieden hat, eine Idee davon, was er oder sie sich darunter vorstellt. Und diese Ideen wollen wir sichtbar machen, diskutieren und die Gelegenheit nutzen, um die Arbeit, die wir als Leibniz-Institut hier in Frankfurt machen, vorzustellen.

Wenn von Frieden die Rede ist, dürften die meisten Menschen zunächst einmal an die geopolitische Lage denken. Wird es hauptsächlich darum gehen?
Natürlich ist das etwas, das in den Medien derzeit sehr groß diskutiert wird. Wie geht es weiter in Syrien? Verschlechtert sich das Verhältnis zwischen den Großmächten USA, Russland und China weiter? Aber ich glaube, dass es daneben noch viele weitere Themen geben wird, die die Frankfurter Bürgerinnen und Bürger bewegen. Themen, die ganz konkret mit der Stadt zu tun haben. Frieden beginnt in jedem Stadtteil, jeder Nachbarschaft. Wie gelingt es uns, das Zusammenleben sehr unterschiedlicher Menschen zu gewährleisten? Wie gelingt es uns, diejenigen, die sich abgehängt fühlen, in die Gesellschaft zu integrieren? Das sind alles Themen des Friedens - eben des gesellschaftlichen Friedens.

Sollen aus dem Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern konkrete Vorschläge erarbeitet werden?
Ich hoffe, dass für viele Frankfurterinnen und Frankfurter das Leibniz-Institut etwas sichtbarer wird und sie sehen, was in ihrer Stadt erforscht wird. Dass wir vielleicht auch für sie zu Ansprechpartnern für bestimmte Sorgen um den gesellschaftlichen Frieden werden. Die Ideen, die die Bürgerinnen und Bürger uns mitgeben, werden wir auf unserer Homepage präsentieren und in den kommenden Monaten aufbereiten, um aufzuzeigen, wie auch kleine Ideen mit den ganz großen Fragen des Friedens zusammenhängen.

In der Ankündigung heißt es, dass sie zu einem Engagement für eine friedlichere Welt inspirieren ...
Natürlich!

Wie kann das aussehen?
Es ist vielleicht wenig bekannt, dass wir auch Mitglied im Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt sind, das sich gerade in Gründung befindet. Da überlegen wir ganz konkret, wie wir Konflikte so gestalten können, dass sie zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen. Wie können wir höchst unterschiedliche Akteure einer Gesellschaft so zum Streiten bringen, dass sie danach in Frieden miteinander leben können? Das wollen wir konkret erforschen - in den Städten. Wie können lokale Konflikte so ausgehandelt werden, dass die Menschen friedlich miteinander leben können. Das sind die ganz konkreten Fragen, die uns gerade beschäftigen. Auch im Hinblick auf unsere Stadt und unsere Region. Da hoffen wir mit unserer Forschung Inspiration geben zu können.

Interview: Danijel Majic

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