Lade Inhalte...

Buddhismus in Frankfurt Vorfreude auf den Dalai Lama

Im September kommt das geistliche Oberhaupt der Tibeter erneut nach Frankfurt. Der Dalai Lama eröffnet das neue Tibethaus, das auf den Kulturcampus umgezogen ist.

Dalai Lama besucht Frankfurt am Main
Hand in Hand mit dem Römer-Protokollchef: Auch zu seinem 80. Geburtstag kam der Dalai Lama 2015 nach Frankfurt. Foto: Peter Juelich

Noch staubt und hallt es ein wenig im Treppenhaus des Frankfurter Tibethauses. Die Renovierungsarbeiten im neuen Domizil an der Georg-Voigt-Straße nahe der Messe sind noch nicht ganz abgeschlossen. Seit die Tibethaus-Kulturstiftung die Villa von der städtischen Wohnungsgesellschaft ABG erworben hatte, wurde hier gewerkelt und gestrichen. Demnächst solle noch Erde aus dem Himalaya herangeschafft werden für ein dreidimensionales Mandala, sagt der geschäftsführende Vorstand Puntsok Tsering. Alles soll fertig hergerichtet sein zur feierlichen Eröffnung im September – die niemand Geringeres vornehmen wird als das geistige Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama.

„Es wird einem warm ums Herz“, sagt Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker (CDU) am Mittwoch mit Blick auf den anstehenden Besuch des buddhistischen Mönchs. Seine Heiligkeit der Dalai Lama sei „ein guter Freund Frankfurts“, so Becker und betonte, es sei eine Ehre, ihn erneut willkommen heißen zu dürfen. Auf Einladung des Tibethauses war der Dalai Lama bereits 2009 und 2014 in der Stadt gewesen. 2015, zu seinem 80. Geburtstag, lud ihn ein anderer Verein nach Hessen ein.

„Mutig und richtig“, findet das der Hirnforscher Wolf Singer. Es sei „außerordentlich bedeutsam, dass die Stadt Frankfurt sich für das Tibethaus eingesetzt hat und keine Berührungsängste mit dem Dalai Lama“ zeige, „ungeachtet möglicher politischer Komplikationen“ mit China, so Singer. Er kenne den Exiltibeter von Konferenzen, bei denen er sich als „sehr neugieriger Mensch“ mit erkenntnistheoretischen Fragen und den Inhalten westlicher Wissenschaften auseinandergesetzt und diese als „kompatibel mit den Inhalten buddhistischer Philosophie“ betrachtet habe.

Dalai Lama will auch rund 1700 Schüler treffen

Der frühere Direktor des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung wirkt an einem Symposium mit dem Dalai Lama mit. Neben Singer werden auch die Psychologin und Neurowissenschaftlerin Britta Hölzel, Familientherapeutin Helle Jensen und Lobsang Negi von der US-amerikanischen Emory-Tibet-Partnerschaft in den Dialog mit dem Dalai Lama treten, moderieren wird der Journalist Gert Scobel.

Der Dalai Lama wird auch mit rund 1700 Schülerinnen und Schülern zusammentreffen und einen öffentlichen Vortrag „über sein Herzensanliegen“ einer globalen Ethik und gemeinsamer Werte halten, kündigte Puntsok Tsering an. Mit zur Finanzierung des Besuchsprogramms und weiterer Tibethaus-Veranstaltungen soll ein abschließendes Benefizkonzert mit „international renommierten Künstlern“ beitragen, deren Namen noch geheim sind.

Für den Kauf und die Renovierung der Bockenheimer Villa hat das Tibethaus insgesamt rund drei Millionen Euro aus Vereinsmitteln und Spenden aufgebracht, sagte Tsering. Bürgermeister Becker betonte, er habe gemeinsam mit seinem Magistratskollegen Markus Frank darauf hingewirkt, dass die ABG das Gebäude an das Tibethaus verkaufe, damit dieses von einem versteckten „Ort für Kenner“ zu einem Teil des Kulturcampus werden könne „und das Schaufenster größer wird, in dem sich Tibet präsentieren kann“.

Unter seiner alten Adresse in Bockenheim hatte das Tibethaus laut Puntsok Tsering 237 Quadratmeter zur Verfügung, nun seien es rund 600. So gebe es mehr Räume als zuvor, die beispielsweise auch eine Kinderbetreuung bei Veranstaltungen und Zeremonien ermöglichten.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum