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Buchmesse in Frankfurt Neuer Pavillon für die Buchmesse

Ein neuer Pavillon aus Holz soll zum Wahrzeichen der Frankfurter Buchmesse werden. In diesem temporären Gebäude wollen die Veranstalter ein eigenes Programm mit Diskussionen und Lesungen bieten.

Buchmesse Frankfurt
Der Blick von oben auf den künftigen „Frankfurt Pavilion“. Foto: NH Studio

Er soll nicht weniger werden als das „neue Wahrzeichen“ der Frankfurter Buchmesse, der größten Medienschau der Welt. So sagt es jedenfalls Buchmessendirektor Juergen Boos. Auf dem zentralen Platz des Messegeländes, der sogenannten Agora, wird künftig alljährlich zur Buchmesse ein temporäres Veranstaltungsgebäude aus finnischem Holz errichtet. In dem „Frankfurt Pavilion“, der für bis zu 400 Menschen ausgelegt ist, will die Buchmesse in Zukunft ein eigenes Programm entwickeln.

Und das ist der wichtigste Grund für diesen Treffpunkt. In dem jährlich wachsenden Massenereignis mit bis zu 270.000 Besuchern drohte zuletzt eine inhaltliche Linie, ein klares Profil zunehmend verloren zu gehen. „Wir haben uns überlegt, wie wir die Hoheit über das Programm wiederbekommen“, erklärt Boos. Und deshalb musste ein Ort her, „ein ikonischer Bau für Veranstaltungen“, der sich auch von der Architektur her den Menschen weltweit einprägt. Eine Postkartenansicht sozusagen, wie sie der Messeturm einstmals Ende der 80er Jahre war. 

Auch Deniz Yücel soll kommen 

Die Buchmesse hatte gerade in den zurückliegenden Jahren durch ihr Engagement für Menschenrechte und Pressefreiheit auf sich aufmerksam gemacht. „Der Frankfurt Pavilion soll der Ort sein, an dem Diskussionen geführt, Wissen geteilt, Kontakte geknüpft und Trends geprägt werden, die zukunftsweisend für das globale Publishing sind“, so Boos.

Zu den Gästen, die während der Buchmesse vom 10. bis 14. Oktober im Pavillon erwartet werden, zählt denn auch der Journalist Deniz Yücel, der lange in türkischer Haft saß und für dessen Freilassung der Börsenverein des Deutschen Buchhandels gekämpft hatte. Angekündigt sind aber auch der chinesische Science-Fiction-Autor Liu Cixin, die US-Schriftstellerin Meg Wolitzer, der US-Autor Paul Beatty und der russische Schriftsteller Dmitry Glukhovsky, auch er für Science Fiction bekannt. Das temporäre Gebäude ist künftig das „Herz“ (Boos) des sogenannten „Bookfestes“, mit dem die Buchmesse noch mehr Profil in der Stadt gewinnen will. Es gibt ein „Bookfest Bistro“ unter der Adresse Neue Mainzer 57 und eine „Bookfest Lounge“ in der Bar AMP, Gallusanlage 2. 

„Wir legen einen Grundstein für mehr Sichtbarkeit von Inhalten und Autoren in Frankfurt“, ergänzt Lars Birken-Bertsch, Director Business Development der Buchmesse. Auch für die Eröffnungspressekonferenz am Dienstag, 9, Oktober, werden Hunderte von Journalisten aus aller Welt in das neue Gebäude eingeladen. An drei folgenden Tagen organisiert die Buchmesse dort dann ein Programm mit Lesungen, Autorengesprächen, „musikalischen Interpretationen und kulinarischen Erlebnissen“. Die Gäste sind außerdem von Regalen mit Büchern umgeben, die an den Wänden stehen.

In fünf Tagen aufgebaut 

Über die Kosten des „Pavilion“ bewahrt die Messe Stillschweigen. Nach Informationen der FR liegen sie aber bei rund einer Million Euro. Innerhalb von fünf Tagen kann das Haus aufgebaut werden.

Der Entwurf stammt vom renommierten Frankfurter Architekturbüro Schneider & Schumacher, dessen bekannteste Arbeit die unterirdischen Gartenhallen des Städel-Museums sind. Den Architekten Till Schneider, Kai Otto und Ragunath Vasudevan schwebte bei ihren Plänen ein „Kokon“ vor, „der sich im Inneren zu einem atmosphärischen und multimedial bespielbaren Raum öffnet“.

Das Holzgebäude besitzt eine Grundfläche von 500 Quadratmetern und eine Höhe von sechseinhalb Metern. Es bietet 300 Sitzplätze, „gestapelt bekommen wir 400 Menschen unter“, so Boos. Die Konstruktion aus Funierschichtholz ist selbsttragend und von einer lichtdurchlässigen Membran umgeben. Das Haus wird nach dem Abbau während des Jahres zwischengelagert.

Die sogenannte „open stage“, auf der die Buchmesse bisher unter freiem Himmel auf einer Bühne Events präsentiert hatte, wird dafür aufgegeben.

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