Lade Inhalte...

Buchmesse in Frankfurt Kritik an Buchmesse wegen rechter Verlage

OB Peter Feldmann (SPD) verteidigt seinen Protest gegen den Auftritt rechter Verlage auf der Frankfurter Buchmesse. Die rechtspopulistische AfD hatte ihm einen Verstoß gegen das Neutralitätsverbot vorgeworfen.

Peter Feldmann
Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) verteidigt seinen Protest gegen den Antaios-Verlag. Foto: Fabian Sommer (dpa)

Der Auftritt rechter Verlage auf der Buchmesse wirkt politisch nach. Der Stadtverordnete Uwe Paulsen (Grüne) kritisierte am Donnerstagabend die Leitung der Messe für ihre Entscheidung, etwa an den Antaios-Verlag einen Stand zu vermieten. Auf der Messe sei dann genau das passiert, was zu befürchten gewesen sei: Rechtsextreme hätten die Gelegenheit bekommen, für ihr krudes Weltbild zu werben. Ein Fehler sei es zudem gewesen, der Amadeu-Antonio-Stiftung den Stand neben dem rechten Verlag zuzuweisen.

Unterdessen verteidigte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) seinen Protest gegen den Antaios-Verlag. Feldmann hatte bei seinem Messerundgang einen Tisch mit „Mund auf“-Buttons der Bildungsstätte Anne Frank vor den Stand des Verlags gestellt. „Es ist Aufgabe eines Oberbürgermeisters, antirassistische Positionen zu vertreten“, sagte Feldmann, der die Einladung für die rechten Verlage ebenfalls kritisiert hatte.

Zuvor hatte ihm die rechtspopulistische AfD vorgeworfen, gegen das Neutralitätsgebot für den Oberbürgermeister zu verstoßen. Ursula Busch, Fraktionschefin der SPD, erwiderte, das Gebot verlange vom Stadtoberhaupt nicht, „sich politisch zu kastrieren“. Auch Uwe Paulsen (Grüne) zollte Feldmann für seinen Auftritt auf der Buchmesse Respekt, nannte ihn aber zugleich „ein Zeichen der Hilflosigkeit“.

Martin Kliehm, der Fraktionschef der Linken, zeigte sich von der Diskussion irritiert. Es gehe doch nicht darum, was der Oberbürgermeister auf seinem Rundgang getan oder nicht getan habe. Vielmehr müsse die Politik über die Auftritte von Vertretern der rechtsextremen Identitären Bewegung auf der Buchmesse reden. Menschen mit Migrationshintergrund hätten Angst gehabt, die Messe zu besuchen, sagte Kliehm.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen